Heinz Fischer: "Der Ball war sehr schön"

11. Februar 2005, 16:55
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Der Bundespräsident war als Opernfan vom argentinischen Tenor Marcelo Alvarez und der lettischen Mezzosopranistin Elina Garanca begeistert

Wien - Der wahre Star des Opernballes 2005 war die Eröffnung. Mit einer der schönsten Balletteinlagen der vergangenen Jahre und gleich zwei Sängern zeigte sich die Veranstaltung ebenso elegant wie stimmgewaltig. Der prominente Debütant des Abends, Bundespräsident Heinz Fischer, zollte Elisabeth Gürtler und Staatsopernballdirektor Ioan Holender Respekt. "Der Ball ist wirklich sehr gut organisiert und sehr schön", sagte das Staatsoberhaupt. Lediglich der Frack bereitete ihm einige Probleme. "Er ist sehr schwer anzuziehen. Besonders das Mascherl. Aber meine Frau hat mir beim Binden geholfen."

Neben zahlreichen Regierungsmitgliedern mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) an der Spitze nahmen auch ehemalige heimische Spitzenpolitiker den Ball-Termin wahr. "Ich habe mir für den Opernball extra Platz geschaffen, ich gehe sehr gerne her. Es ist eine gute österreichische Tradition", meinte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner.

Die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca und der argentinische Tenor Marcelo Alvarez hielten, was sie in der Generalprobe versprochen hatten. Die Solisten der anstehenden Werther-Premiere gaben bei der Eröffnung Lieder aus spanischen Operetten zum Besten. Beeindruckend war besonders das gemeinsame Duett aus "El Duo de la Africana" von Manuel Fernandez Caballero, das in Spanien in etwa den Stellenwert der Fledermaus an. Dabei versuchte der liebeskranke südländische Heißsporn die kühle blonde Lettin zu einem gemeinsamen Reißaus zu überreden, um immer wieder die kalte Schulter Garancas kennen zu lernen.

Volksopern-Ballettchef Giorgio Madia bewies, dass er zurecht als Choreograf ausgewählt worden war. Gemeinsam mit dem Staatsopernballett tanzen die mit Luftballons ausgestatteten Eleven zur Ouvertüre von Rossinis "Semiramide", ganz im Zeichen der assyrischen Königin Semiramis. Ein selbstbewusster Nachwuchstänzer mit stolzgeschwellter Heldenbrust zog in der witzigen Choreografie gar die Aufmerksamkeit der eleganten Solotänzerin auf sich, während der eigentliche Begleiter nur zusehen konnte, wie sich der Kleine letztlich sogar einen Kuss raubte.

Bei den Debütantinnen und Debütanten gab es einige Neuerungen: Zum ersten Mal tanzten ein chinesisches Pärchen, eine junge Frau mit Down-Syndrom, Sabine Kropatsch, und Offiziersanwärterinnen in zackiger Uniform. Nach dem Auftritt zeigte sich Sabine erleichtert. "Es war ein Traum, ich habe keine Fehler gemacht - und nervös war ich auch nicht", meinte sie gegenüber der APA. Die Mutter hatte dafür jede Sekunde mitgezittert. "Es hat aber wirklich sehr gut geklappt", sagte Gabriele Kropatsch.

"Die Eröffnung ist besonders gut geglückt", gab sich Organisatorin Elisabeth Gürtler mehr als zufrieden. Das Rauchverbot, das Holender kurzfristig über die Oper gelegt hatte, habe der guten Stimmung keinen Abbruch getan. Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) war voll des Lobes für die Aktion: "Ich gratuliere Elisabeth Gürtler und Ioan Holender zu diesem mutigen Schritt".

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    Bundespäsident Fischer: "Der Ball ist wirklich sehr gut organisiert und sehr schön"

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