Nach dem Sabotageakt tickt die Uhr

7. Februar 2005, 18:00
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ÖFB hofft auf Fortsetzung des Klagenfurter Vergabeverfahrens - Kein Druck der UEFA

Am 10. November 2004 überreichte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel im Kanzleramt UEFA-Präsident Lennart Johansson die unterzeichneten Verträge für Österreichs EM-Stadien in Wien, Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg. Einen Monat später folgte die Schweiz, Österreichs Partner bei der Ausrichtung der EURO 2008. Nach den Verträgen für die EM-Standorte Basel, Bern und Genf wurde auch ein Kontrakt für das umzubauende Zürcher Letzi-grund-Stadion unterschrieben. Davor hatte das an Anrainerbeschwerden gescheiterte Projekt eines Stadionneubaus am Züricher Hardturm für reichlich Nervosität auch beim Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) gesorgt. Der hat jetzt andere Probleme.

"Dieser Sabotageakt wurde von Brandstiftern in einer Größenordnung vorgenommen, die wir in der Sportpolitik nicht oft erleben", sagte ÖFB-Präsident Friedrich Stickler gestern zur vorzeitigen Veröffentlichung der Projektwerber für das Stadion in Klagenfurt.

Stickler hofft, dass das Vergabeverfahren dennoch fortgesetzt werden kann. Andernfalls wäre der von der UEFA vorgeschriebene Fertigstellungstermin des Stadions, 31. Mai 2007, nicht einzuhalten.

Sollte das Projekt Klagenfurt scheitern, muss der ÖFB der UEFA eine Alternative anbieten. Im Gespräch sind Linz, St. Pölten, Graz und Wien mit dem von Frank Stronach geplanten Stadion in Rothneusiedl. Reine Absichtserklärungen nützen laut Stickler allerdings nichts. "Da muss es Garantien über die zeitgerechte Fertigstellung geben. Denn die Uhr tickt." Druck seitens der UEFA gibt es noch nicht. Martin Kallen, leitender Geschäftsführer der EURO 2008, sah in einer ersten Reaktion keinen Grund, über die Neuvergabe der Europameisterschaft nachzudenken. Im UEFA-Hauptquartier in Nyon herrschte business as usual. Gestern wurden die europäischen TV-Übertragungsrech- te für die EURO 2008 an das Vermarktungsunternehmen Sportfive vergeben. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 4. Februar 2005, Thema, sigi)

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    Bei der EM-Vergabe war für ÖFB-Präsident Stickler (re) und UEFA-Präsident Johansson noch alles paletti.

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