ÖVP startet Jugendkampagne

4. Februar 2005, 20:28
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Massenmailings, aber "kein Vorwahlkampf"

Wien - Heuer ist auf Bundesebene "eigentlich ein wahlfreies Jahr", wie Reinhold Lopatka am Donnerstag meinte. Dennoch will der ÖVP-Generalsekretär 200.000 Euro für eine eigene, schwarze Jugendkampagne mit dem Titel "zukunft.at" ausgeben. Vorwahlkampf sei das keiner, es gehe darum, einen "breiten Dialog mit der Jugend zu bekommen".

Aus diesem Grund werden in den kommenden Tagen ein Großteil der etwa 500.000 in den Wählerregister gemeldeten 18- bis 25-Jährigen einen persönlichen Brief des Bundeskanzlers bekommen. Darin enthalten: das Angebot, sich bei "zukunft.at" zu registrieren. Unter dieser Internet-Plattform kann man sich für Nachrichtendienste eintragen, SMS an Freunde verschicken und Fragen an die Politik stellen.

Die Motivforscherin Sophie Karmasin, die das theoretische Unterfutter für die Kampagne aufbereitet hat, erklärte das Konzept: "Eine Partei muss für junge Erwachsene eine Persönlichkeit haben." Die ÖVP stehe nach wie vor auch stark für die Werte der katholischen Kirche, die haben für die Jugend aber nicht mehr so eine große Bedeutung. Daher sei der ÖVP der Wertebereich "imagemäßig" abhanden gekommen. Es gehe nun darum, die "alten Werte neu zu interpretieren und inszenieren".

Die Jugend-Plattform zeigt weniger die "Persönlichkeit der ÖVP" als ihre Persönlichkeiten: Unter dem Link "Unplugged" finden sich etwa Verteidigungsminister Günter Platter als schneidiger "Gitarrist", Wolfgang Schüssel als angriffslustiger "Kicker" und Lopatka als passionierter Marathonläufer.

Bereits in den ersten zwei Tagen hätten sich 1000 Jugendliche registriert, jubilierte Lopatka bei der Präsentation der Kampagne, die von Schüssel und seinen jungen Ministern (das so genannte "Zukunftsteam") angeführt wird - ganz passend zum Gedankenjahr 2005, das Schüssel jetzt auch zum "Jahr der Zukunft" machen will. (tó/DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2005)

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