Köb plädiert für Expansion des Mumok

8. Februar 2005, 20:05
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Lassnig, Nitsch, Kogler, West, Rainer hoffen auf dessen Verbleib

Wien - Edelbert Köb, Direktor des Museums Moderner Kunst (Mumok), kämpft nicht nur um die Verlängerung seines Ende 2006 auslaufenden Vertrages, sondern auch um eine räumliche Erweiterung: Er schlägt vor, die Ausstellungsflächen der städtischen Kunsthalle zu übernehmen. Was relativ einfach zu bewerkstelligen wäre: Die beiden Institutionen im Museumsquartier sind durch einen Gang miteinander verbunden. Denn das ursprüngliche Konzept sah die gemeinsame Betreiberschaft der Veranstaltungshalle durch Stadt und Bund vor.

Über seine Ideen informierte Köb am Mittwoch sein Kuratorium. Aufgrund der imperialen Vergangenheit verfüge Österreich über eine vielfältige Museumslandschaft, es fehle aber ein konkurrenzfähiges Museum der Modernen und der Gegenwartskunst: Der Neubau im MQ habe weniger Ausstellungsfläche als die beiden alten Standorte (Palais Liechtenstein und 20er Haus) zusammen, aber die Sammlung sei seit der Planung um gut 15 Prozent gewachsen.

Eine Stärkung des Mumok - auch in Hinblick auf die Sammlung - wird von vielen Kuratoriumsmitgliedern begrüßt. Allerdings will Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle, den Standort nicht aufgeben. Auch wenn man sich Gedanken über kulturelle Nutzungen auf der Donauplatte mache (z. B. ein Haus der Kulturen), sei es nicht sinnvoll, die Gegenwartskunst an die Peripherie zu verlagern. Und für ein neues Gebäude im Zentrum würden das Geld wie der politische Wille fehlen.

Matt plädiert daher für Verbesserungen im Museumsquartier - und eine Neukonzeption des Quartiers 21: Hier sei Platz für Expansionen. In diesem Punkt trifft er sich mit Köb. Doch MQ-Chef Wolfgang Waldner kann sich eine Erweiterung großer Institutionen zulasten der kleinen Partner, die das Q21 bespielen, nicht vorstellen - auch wenn er, so Waldner, immer für Kooperationen zu haben sei.

Im Kampf um die Umsetzung seiner Ziele versicherte sich Köb mittlerweile aber die Unterstützung von Kollegen und den namhaftesten heimischen Künstlern. Solidaritätsschreiben trafen bisher von Maria Lassnig, Franz West, Peter Kogler, Hermann Nitsch, Heimo Zobernig, Florian Pumhösl, Sabeth Buchmann (Professorin an der Akademie, wo Köb karenziert ist), Bernhard Mendes Bürgi (Direktor des Basler Kunstmuseums) ein. Ins Treffen geführt wird unter anderem die erfolgreiche Arbeit für die Secession, deren Präsident Köb war, und das Kunsthaus Bregenz. Arnulf Rainer etwa schreibt: "Köb soll bleiben! Er ist hundertmal besser als Lóránd Hegyi, den uns Erhard Busek seinerzeit eingebrockt hat."

Auch die Secession wirft sich für Köb in die Schlacht und startete eine Unterschriftenaktion im Internet. Der Aufruf wurde bisher von rund 1300 Personen unterfertigt. (DER STANDARD, Printausgabe, 04.02.2005)

Von
Thomas Trenkler

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secession.at/mumok

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    Große Expansionspläne, die kaum Realisierungschancen haben: Edelbert Köb.

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