Sozialausgaben verdreifacht

11. Februar 2005, 16:34
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Aber Mitte der Neunzigerjahre gab es Dämpfer bei Sozialquote

Wien - Seit 1980 haben sich die Sozialausgaben verdreifacht - pro Österreicher wurden im Jahr 2002 genau 8005 Euro ausgegeben. Allerdings ist der Anstieg in den letzten beiden Jahrzehnten unterschiedlich stark ausgefallen: Nicht, wie man vermuten würde, bei den älteren Menschen, sondern bei den Jungen stiegen die Sozialausgaben am stärksten an, nämlich um 341 Prozent seit 1980 - die Ausgaben für über 65-jährige stiegen genau im Schnitt um 302 Prozent und jene für die 20 bis 64-jährigen, Frühpensionisten inklusive, um unterdurchschnittliche 278 Prozent.

Wie die Grafik oben zeigt, werden insgesamt 68,4 Milliarden Euro für Sozialleistungen aufgewendet - für Menschen unter 20 Jahren im Schnitt 3856 Euro, für Menschen im "Arbeitsalter" 5471 Euro. In der ältesten Gruppe schlagen neben den Alterspensionen auch relativ hohe Gesundheitskosten zu Buche.

Der Sozialbericht gibt auch einen Überblick, wie sich die Sozialquote - der Anteil der Sozialausgaben am Bruttoinlandsprodukt - entwickelt: 1980 betrug sie 26,6 Prozent, erreichte 1994 einen Spitzenwert von 29,0 Prozent und sank dann leicht ab. Schon damals gab es nämlich einschneidende Pensionsreformen. Auch im Jahr 2000 zeigt sich noch einmal ein kleiner Rückgang der Sozialquote, im letzten erfassten Jahr 2002 stieg die Sozialquote wiederüber den Wert von 1994, nämlich auf 29,1 Prozent. Sieben von zehn Euro, die für Sozialleistungen ausgegeben werden, sind übrigens Geldleistungen.

Ausschlaggebend für die Größenveränderung bei der Sozialquote sind aber nicht nur gesetzliche Maßnahmen, sondern auch die wirtschaftliche sowie die demographische Entwicklung.

Die Sozialausgaben sind in den letzten Jahren, auch denen seit dem Antritt der Regierung Schüssel, schneller gewachsen als die Gesamtwirtschaft. (cs/DER STANDARD, Printausgabe, 4.2.2005)

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