Laut Zwanziger vier Spiele manipuliert

8. Februar 2005, 15:51
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DFB-Chef bezog sich dabei auf die Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft in Berlin -

Frankfurt - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht sich in seinem Bemühen um die Aufklärung des Wett-Skandals um den Berliner Referee Robert Hoyzer einen "wichtigen Schritt weitergekommen". Wie der Geschäftsführende Präsident Theo Zwanziger am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, gilt die Manipulation von vier Spielen nunmehr als erwiesen. Dabei handelt es sich um die Regionalliga-Begegnungen Wuppertaler SV - Werder Bremen Amateure und Eintracht Braunschweig - FC St. Pauli aus der Saison 2003/2004, um das Zweitliga-Spiel LR Ahlen - Wacker Burghausen (22. Oktober 2004) und um das Erstrunden-Pokalspiel SC Paderborn - Hamburger SV (21. August 2004).

Zwanziger bezog sich mit seiner Einschätzung auf die Akteneinsicht seines Verbandes bei der Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Berlin. Nunmehr lägen dem DFB "beweiskräftige" Ermittlungen vor. Die Einschätzungen des DFB beziehen sich auf das Geständnis Hoyzers, der die vier Partien geleitet hat. Hoyzer hat mit einer als Wettmafia bezeichneten Gruppierung zusammen gearbeitet. Drei kroatische Brüder sitzen wegen des Verdachts auf Wett-Betrug schon in Untersuchungshaft.

Wie Zwanziger weiter mitteilte, sei bei den Spielen SC Paderborn - Chemnitzer FC am 22. Mai 2004 (Regionalliga) und SpVgg Unterhaching - 1. FC Saarbrücken (28. November 2004/2. Bundesliga) Hoyzers Manipulationsversuch misslungen. Die Zweitliga-Partie MSV Duisburg - SpVgg Greuther Fürth (26. September 2004) habe das von Hoyzer gewünschte Ende gefunden, ohne dass er manipulieren musste. Zudem habe Hoyzer seine Schiedsrichterkollegen Jürgen Jansen (dieser will am Freitag auf einer Video-Pressekonferenz die Vorwürfe gegen ihn widerlegen) und Dominik Marks belastet, jeweils zwei Spiele manipuliert zu haben. Außerdem würde Hoyzer den Schiedsrichter Felix Zwayer und den Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller belasten, heißt es in einer DFB-Erklärung.

Der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth, hält es für "selbstverständlich", dass die drei Schiedsrichter, gegen die Vorwürfe erhoben werden, bis zur Klärung der Angelegenheit nicht mehr eingesetzt werden. "Zunächst gilt aber die Unschuldsvermutung." Sollte sich die Unschuld herausstellen, "werden wir sie selbstverständlich mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln rehabilitieren", sagte Roth weiter.

Der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts Rainer Koch will möglichst schon in der kommenden Woche einen Verhandlungstermin wegen der Einsprüche des Hamburger SV gegen die Wertung des mit 2:4 in Paderborn verlorenen Pokalspiels und von Burghausen gegen die Wertung des Punktspiels in Ahlen ansetzen. Die Umsetzung folge allerdings "unter dem Vorbehalt der Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Berlin, deren Ermittlungen im Verfahren wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges nicht gefährdet werden sollen".

Der SC Freiburg hat währenddessen beim DFB vorsorglich Einspruch gegen das mit 0:3 verlorene Bundesliga-Spiel beim 1. FC Kaiserslautern am 27. November 2004 eingelegt. Die Partie ist auf Grund von Hoyzers Aussagen in den Fokus geraten. "Der Einspruch hat zunächst lediglich formalen Charakter", sagte SC-Manager Andreas Bornemann. (APA/dpa)

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