Graffiti-Service hinterlässt virtuelle Botschaften

11. Februar 2005, 12:18
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System erlaubt unsichtbare Post-Its via Handy

Forscher rund um Dieter Kolb von Siemens Corporate Technology haben ein Software-Programm entwickelt, mit dem unsichtbare Haftnotizen an beliebigen Orten hinterlassen werden können. Per Handy kann der User damit an beliebigen geographischen Punkten elektronische Post-its hinterlassen, das so genannte "Digital Graffito", eine Art SMS, die an einem Ort haften bleibt.

Nachricht

Erreicht ein Empfänger den definierten Punkt, erscheint die Nachricht auf dem Handy-Display. Anders als beim klassischen SMS wandert die Message jedoch nicht zum Adressaten, sondern erreicht diesen nur dann, wenn er an der entsprechenden Stelle den für das Graffito definierten Umkreis betritt. Ein weiterer Unterschied: Die Nachricht kann auf Wunsch nicht nur von einer Person, sondern von mehreren Mobilfunknutzern gelesen werden. Damit ähnelt die Nachricht echtem Graffito, das an einer Hauswand prangt.

Prototyp

Die Funktionstüchtigkeit des Systems haben die Forscher rund um den Siemens-Spezialisten Dieter Kolb bereits mit einem Prototypen bewiesen. Entstanden ist er in Kooperation mit der Universität Linz und dem Ars Elektronica Center. Für die Anwendung tippt der User zunächst seine Botschaft in ein mobiles Gerät wie Notebook, Mobiltelefon oder einen PDA. Per Funkverbindung wird die Nachricht dann zu einem Server gesendet, wo sie gespeichert, einem geographischen Punkt zugeordnet und zum Abruf bereitgehalten wird. Nähert sich nun eine Person dem entsprechenden Ort, sendet der Server die Nachricht ab.

Mit dem neuen System lassen sich zum Beispiel digitale Botschaften an Sehenswürdigkeiten heften, um über das Baumwerk zu informieren. Der Radius, in dem die Nachricht zu empfangen ist, lässt sich gezielt vom Verfasser der Nachricht einstellen. Reale Gebäude, wie etwa die Akropolis in Athen, könnten so mit einem großen Radius von mehreren Kilometern umgeben werden. Auch weit entfernte Touristen könnten das Graffito lesen. Derzeit gehen die Entwickler davon aus, dass das Graffiti-System in rund zwei Jahren in Betrieb gehen wird. Laut Kolb sind zunächst Anwendungen für den Tourismus im Ausstellungsbereich denkbar. (pte)

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