Deutsche Bank 2004 mit mehr Gewinn - 6400 Stellen werden gestrichen

25. Februar 2005, 17:15
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Sparkurs wird trotz Gewinnsteigerung fortgesetzt - Wachstum in Deutschland angestrebt - Zukäufe geplant

Frankfurt - Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr ihren Nettogewinn aufgrund eines starken Handelsergebnisses und einer deutlich gesunkenen Risikovorsorge für faule Kredite nahezu verdoppelt und das beste Ergebnis seit dem Jahr 2000 eingefahren. Dennoch blieb das Kreditinstitut 2004 mit einer Eigenkapitalrendite von 17 Prozent vor Steuern weit von der für 2005 angepeilten Marke von 25 Prozent entfernt.

Analysten-Erwartungen übertroffen

Im vergangenen Jahr steigerte die Bank ihr Vorsteuerergebnis um 50 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro. Der Nettogewinn sei 2004 nach einem besser als erwarteten Schlussquartal um 87 Prozent auf 2,55 Mrd. Euro gestiegen, teilte die Deutsche Bank am Donnerstag mit. Analysten hatten im Schnitt mit 2,49 Mrd. Euro gerechnet. Die Aktionäre können mit einer Dividende von 1,70 Euro je Aktie rechnen, nachdem das Frankfurter Geldhaus für 2003 noch 1,50 Euro je Anteilsschein ausgeschüttet hatte.

Sparkurs trotz Gewinnsteigerung

Trotz der Gewinnsteigerung forciert Bankchef Josef Ackermann den Sparkurs, um das Rendite-Ziel 2005 zu schaffen. Weltweit sollen noch einmal 6.400 Stellen abgebaut werden. "Die Entscheidungen sind uns nicht leicht gefallen," sagte Ackermann bei der Vorlage der Bilanz. Letztlich könne die Bank aber nur dann ein attraktiver Arbeitgeber sein, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichere. Enthalten in den Zahlen ist der bereits im Dezember angekündigte Abbau von mehr als 1.900 Jobs in Deutschland.

Da durch die Verlagerung von Stellen ins billigere Ausland 1.200 Arbeitsplätze neu geschaffen würden, belaufe sich der Abbau netto auf 5.200 Jobs. Durch das Umstrukturierungsprogramm, mit dem die Bank ihre Kosten senken und die Erträge steigern will, entfallen ungefähr 2.700 Jobs im Bereich Firmenkunden und Investment Bank (CIB) sowie im Bereich Privatkunden und Vermögensverwaltung (PCAM). Ungefähr 3.700 Stellen sind in Infrastrukturbereichen betroffen, zu denen unter anderem der Einkauf zählt. Die Gesamtkosten für das Programm bezifferte Ackermann auf 1,3 Mrd. Euro, davon seien 574 Mio. Euro bereits im vierten Quartal 2004 angefallen.

Weiteres Wachstum in Deutschland geplant

"Deutschland ist für uns ein hochprofitables Geschäft und da wollen wir weiter wachsen", ergänzte Ackermann. Zugleich wolle die Bank ihren Wachstumskurs im Ausland fortsetzen. Dabei steht die Bank auch möglichen Zukäufen offen gegenüber. Es gebe dafür aber strenge Kriterien. Denn viele Belastungen in der Vergangenheit seien durch übereilte Akquisitionen entstanden. Fusionsabsichten auf dem deutschen Markt hat die Deutsche Bank derzeit nicht. Ackermann sagte, die Investoren und Finanzmärkte wollten heute organisches Wachstum. "Wir wollen diesen Schritt zunächst sauber umsetzen".

Ackermann zeigte sich zuversichtlich, dass die Deutsche Bank durch das Kostensenkungsprogramm in diesem Jahr das Ziel einer Vorsteuer-Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Umstrukturierungskosten erreichen werde. Dazu sollte das Vorsteuer-Ergebnis noch einmal deutlich gesteigert werden, die Erträge sollten sich um 4 Prozent verbessern.

Das Volumen von Problemkrediten wurde im vergangenen Jahr auf 4,8 Mrd. Euro gesenkt nach 6,6 Mrd. Euro Ende 2003. Die Risikovorsorge verringerte sich von 1,1 Mrd. auf nunmehr 307 Mio. Euro. Die Aktionäre sollen eine um 13 Prozent auf 1,70 Euro erhöhte Dividende erhalten. (APA/Reuters)

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    Bankchef Josef Ackermann setzt trotz Gewinnwachstum auf Sparkurs

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