Wenig bekannter Maler wird Kunstmäzen

8. Februar 2005, 20:05
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80jähriger Franz Drapela stiftet biennalen 30.000 Euro-Kunstpreis in Verbindung mit internationaler Kunstausstellung

Wien - Ein wenig bekannter in Niederösterreich lebender Maler bereichert die heimische Kunstwelt mit einem neuen, hoch dotierten Preis: Der 80-jährige Franz Drapela möchte künftig zeitgenössische Kunst fördern und hat dafür den mit 30.000 Euro Preisgeld verbundenen "Drapela Art Prix" gestiftet, der ab 2006 alle zwei Jahre vergeben werden soll. Dazu wurde vor wenigen Wochen eine Privatstiftung gegründet, die im Herbst des kommenden Jahres eine internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst veranstalten wird. Eine Jury soll unter den dabei vertretenen Künstlern den Preisträger ermitteln.

Jury, aber auch Ausstellungsbesucher sollen bei Preisvergabe mitreden

Ein Ort für die geplante Ausstellung ist noch nicht fixiert, laut Erich Drapela, Sohn des Stifters und für die Durchführung des Art Prix verantwortlich, kommen dafür u.a. St. Pölten und Neulengbach in Frage. Erich Drapela steht als Mitglied der Jury fest, auch um die Teilnahme der ehemaligen stellvertretenden Albertina-Leiterin Veronica Birke bemühe man sich, so Drapela. Die Ausstellungsbesucher sollen bei der Vergabe des Preises ebenfalls mitreden dürfen. Der Stiftungsrat wird an 1000 internationale Künstler Einladungen versenden, man rechnet mit gut 250 Zusagen.

Lebenswerk-Ehrung bei Biennale Florenz 2003

Der am 24. November 1924 in Wien geborene Franz Drapela studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und lebt seit beinahe dreißig Jahren im niederösterreichischen Neulengbach. Er arbeitete zeitweise als Bühnenmaler an internationalen Theatern und erlernte das Kopieren von Malergrößen wie Schiele und Van Gogh. Drapela erhielt unter anderem den "Ehrenring der Gemeinde Neulengbach" und das "Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kultur". Zu seinen Werken zählen Bilder wie "Läuterungsweg der Menschheit" und ein "Marienzyklus". Drapela wurde bei der Biennale in Florenz im Jahr 2003 mit dem Preis "Lorenzo il Magnifico" für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Laut Stiftung höchst dotierter österreichischer Preis für zeitgenössische Kunst

Die Stiftung finanziert sich aus dem Verkauf der Drapela-Bilder sowie durch die Vermietung von Liegenschaften. Auf diese Weise kann das hohe Preisgeld zur Verfügung gestellt werden. Laut Stiftung ist der neue "Drapela Art Prix" der "höchstdotierte Preis für zeitgenössische Kunst in Österreich". Der mit 55.000 Euro höher dotierte Friedrich Kiesler-Preis wird für Architektur und Kunst vergeben, ist also nicht auf zeitgenössische Kunst speziell fokussiert. Andere österreichische Kunstpreise wie der "Große Kunstpreis des Landes Salzburg" für bildende Kunst, dotiert mit 15.000 Euro, sind deutlich niedriger angesetzt. (APA)

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    Stifter Franz Drapela und Detail eines seiner Gemälde ('Meine Bestimmung'), das im Landhaus in St. Poelten hängt.

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