Walchhofer nach Abfahrt in Kombination voran

3. Februar 2005, 16:06
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Salzburger mehr als eine Sekunde vor Fill - Raich Fünfter, Titelverteidiger Miller out

Bormio - Michael Walchhofer ist am Donnerstag in der WM-Kombinations-Abfahrt der Herren in Bormio seiner Favoritenrolle vollauf gerecht geworden. Der Salzburger Abfahrts-Weltmeister markierte auf der "Stelvio" überlegene Bestzeit und führte vor dem entscheidenden Slalom (15:30 und 18:00 Uhr) 1,05 Sekunden vor dem Italiener Peter Fill und 1,20 Sekunden vor dem Schweizer Didier Defago.

Neben Walchhofer lagen mit Benjamin Raich (5./+ 1,65) und Mario Matt (19./+ 2,73) zwei weitere Österreicher ausgezeichnet im Medaillenrennen. WM-Debütant Kurt Engl verlor in der Abfahrt 3,87 Sekunden und rangierte auf Platz 24.

Topfavorit, Titelverteidiger und Super-G-Weltmeister Bode Miller schied hingegen aus, der US-Amerikaner verlor im oberen Streckenabschnitt einen Ski. Miller wurde aber dennoch zum gefeierten Helden, denn der 27-Jährige fuhr mit nur einem Ski weiter, ehe er kurz vor dem Ziel in den Schnee musste.

Somit sind die ersten Herausforderer der Österreicher im Slalom andere: Defago, die Norweger Kjetil-Andre Aamodt (4./+ 1,52), Aksel Lund Svindal (9./+ 1,94) und Lasse Kjus (11./+ 2,00) sowie Silvan Zurbriggen (12./+ 2,19), Giorgio Rocca (18./+ 2,54) oder Pierrick Bourgeat (20./+ 3,06).

Eine Klasse für sich war Walchhofer. "Es war eine gelungene, rennmäßige Generalprobe für Samstag und ein Schritt Richtung Medaille in der Kombination", war der Salzburger zufrieden. "Ich habe die Strecke super im Griff", weiß Walchhofer, der mittlerweile auch mit der Traverse sehr gut zurecht kommt. Sonderlob gab es für Benni Raich ("Er ist wirklich super gefahren"), der im unteren Teil - allerdings auf Grund des starken Windes bei Walchhofers Fahrt - sogar Zeit auf den Weltmeister gut machen konnte. Walchhofers Prognose für den Slalom: "Es wird nicht leicht, aber eine Medaille ist möglich."

Raich nahm das Lob dankend an, zeigte sich aber nach der Abfahrt ein wenig müde. "Es war eine sehr gute Fahrt mit wenigen Fehlern. Ich bin aber ein wenig erschöpft, ich hoffe, dass ich mich erholen kann." Der Pitztaler bezeichnet Walchhofer im Slalom als "unberechenbar", zum Slalom-Out Millers meinte er: "Schade, aber andererseits ist es ein Konkurrent weniger."

Einen beherzten Abfahrts-Auftritt legte Mario Matt, Kombi-Vize-Weltmeister 2001 in St. Anton, hin. Der Tiroler verlor nicht einmal drei Sekunden auf Walchhofer. "Ich habe mich hier wirklich sehr stark gesteigert, ich bin zufrieden. Schließlich bin ich zwei Jahre lang nicht auf den Abfahrtsskiern gestanden", erklärte der Flirscher.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Miller auf einem Ski unterwegs.

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