Torf-freie Blumenerde zum Schutz der Moore

13. Februar 2005, 23:19
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Holz statt Torf - WWF fordert Umstieg - Torf wächst nur einen Millimeter pro Jahr

Wien - Mit dem Umstieg auf Torf-freie Blumenerde die schützenswerten Moore der Erde bewahren - unter diesem Motto ist der World Wide Fund for Nature (WWF) eine Kooperation mit der Firma Scotts Celalflor eingegangen, die u.a. die Dünger- und Erd-Produkte "Substral" herstellt.

Holz statt Torf

Sinn der Zusammenarbeit ist es, den Konsumenten zum Griff zu Blumenerde ohne Torf zu bewegen. "Substral" hat dafür das Erzeugnis "Naturen" am Markt, bei dem ein Naturprodukt aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz die Funktion von Torf übernimmt.

Torf wächst nur einen Millimeter pro Jahr

"Torf wächst nur einen Millimeter pro Jahr und kann nur schwer renaturiert werden", sagte WWF-Geschäftsführer Günther Lutschinger, selbst gelernter Gartenbau-Ingenieur.

In Österreich gibt es "keinen namhaften Torfabbau" mehr

In den "alten" EU-Staaten und auch in Österreich gibt es laut Lutschinger "keinen namhaften Torfabbau" mehr. Ganz anders sehe die Situation in den baltischen Ländern aus. Tausende Tonnen werden von dort exportiert. Auch in Österreich sei die Nachfrage nach Torferde nach wie vor steigend. Diesem Trend will man mit "Naturen" entgegenwirken. Lutschinger: "Keine Nachfrage, kein Bedarf." Derzeit beträgt der Marktanteil von Torf-freier Blumenerde in Österreich laut Ewald Sauerczopf von Scotts-Celalflor erst rund 15 Prozent.

Entstehung geht bis in die Eiszeit zurück

Moore, deren Entstehung teilweise bis in die Eiszeit zurückreicht und die unzählige seltene Tier- und Pflanzenarten beherbergen, gehören durch den Abbau von Torf zu den bedrohtesten Gebieten der Welt. "Durch die dabei auftretende Entwässerung wird der Lebensraum reduziert. In Deutschland gibt es von der ursprünglichen Moorfläche nur noch ein Prozent", sagte Helmut Wittmann vom Institut für Ökologie in Salzburg und Delegierter in Sachen "botanischer Artenschutz" im Europarat.

Wittmann forderte am Donnerstag auch die österreichische Regierung auf, sich mehr für den Schutz der Moore einzusetzen: "In Großbritannien gibt es ab heuer das Gesetz, dass 40 Prozent der angebotenen Gartenerden Torf-frei sein müssen. Das ist vielleicht eine Anregung." (APA)

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