Initiative für die Dolomiten

8. Februar 2005, 23:22
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Antrag auf Einstufung als UNESCO-"Weltnaturerbe" - Einzigartigkeit und Ursprünglichkeit sollen bewahrt werden

Bozen - Die oft als "bleichen Berge" bezeichneten Dolomiten sollen von der UNESCO als "Weltnaturerbe" eingestuft werden. Ein entsprechender Antrag wurde von den drei betroffenen Provinzen Südtirol, Trentino und dem Belluno in Rom hinterlegt. Auf Südtiroler Seite wären davon fünf Naturparks betroffen. Die Koordination des Projektes hat die Provinz Belluno übernommen.

Bei den Südtiroler Naturparks handelt es sich um "Trudner Horn", "Puez-Geisler", "Schlern", "Fanes-Sennes-Prags" und "Sextner Dolomiten". Es geht damit um eine Fläche von 61.173 Hektar. Wie vorgeschrieben sollen die Kernzonenbereiche der Naturparks als Güter des Weltnaturerbes der Unesco eingetragen werden, während die Randbereiche als Pufferzonen zu betrachten sind. Sollten die "Dolomiten" die Anerkennung als Weltnaturerbe von der UNESCO erlangen, will sich Südtirol verpflichten, über die jeweiligen Naturparkdekrete die Einzigartigkeit und Ursprünglichkeit sowie die Integrität der ausgewiesenen Gebiete zu bewahren.

Gütesiegel

Für den Südtiroler Umweltlandesrat Michl Laimer, der sich für den Antrag besonders einsetzt, ist "das Prädikat "Weltnaturerbe" der Unesco als ein einzigartiges, unbezahlbares Gütesiegel mit großem Werbeeffekt zu betrachten". Bereits 1999 hatte die Südtiroler Landesregierung nach einer Befragung der betroffenen 22 Gemeinden dem Ministerium in Rom mitgeteilt, dass Südtirol mit einer Beantragung des Weltnaturerbes der UNESCO für die "Dolomiten" einverstanden sei. Nur hatte man sich damals auf eine Ausweisung des gesamten Alpenbogens konzentriert, was schließlich nicht realisierbar war. Diesmal konzentriert man sich auf das Gebiet der fünf Naturparke in den "Dolomiten". Damit kommt es zu keinen neuen gesetzlichen Einschränkungen, die von außen auferlegt werden. Für Landesrat Laimer ist dies die einfachste Lösung und könne von allen mitgetragen werden. Dennoch bedeute es eine immense Aufwertung des gesamten Dolomitengebietes.

Entstehung

Die "Dolomiten" sind eine Gruppe der südlichen Kalkalpen, die durch die bizarren Türme und Zinnen sowie hohe Kalk- und Dolomitstöcke gekennzeichnet sind. Das Mineral "Dolomit" entstand durch Ablagerungen am Meeresboden. Vor Jahrmillionen schoben sich die "Dolomiten" beim Aufeinanderprallen von zwei Erdplatten in die Höhe. Erst vor etwas mehr als 200 Jahren erhielten die "Dolomiten" ihren Namen, als der französische Forscher Gratet de Dolomieu über den Brenner in Richtung Süden reiste und vom hellen Kalkgestein fasziniert wurde. Das Gestein begeisterte Dolomieu so, dass er Proben in Genf analysieren ließ. Zu Ehren des Entdeckers erhielt dieses Gestein den Namen "Dolomit".

Bereits 1988 kam es aus Anlass des 200-Jahr-Jubiläums der Namensgebung zur Zusammenarbeit zwischen Südtirol, Trient und der Provinz Belluno. Die Gebiete arbeiten aber inzwischen aber auch im touristischen Bereich sporadisch zusammen. So gibt es eine Kooperation bei der Werbung, die sich an Golf-Touristen wendet. Zudem wurde erst vor wenigen Tagen eine Initiative gestartet, als Dolomiten-Länder verstärkt zusammenzuarbeiten. Zunächst soll ein Dolomiten-Webportal geschaffen werden. Vor allem in den Hoffnungsmärkten Großbritannien, den Niederlanden und Belgien will man damit Interesse schaffen. Außerdem soll über klassisches Marketing über Medien in redaktionellen Beiträgen über die "Dolomiten" berichtet werden. (APA)

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    Die Dolomiten könnten zu einem UNESCO-Weltnaturerbe erhoben werden.

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