Khamenei: "Islamische Republik wird von Tyrannen angegriffen"

5. Februar 2005, 14:46
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Teheran verurteilt "Beleidigung" durch Bush: Zunahme des Terrorismus "Folge amerikanischen Abenteurertums"

Teheran - Der geistliche Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat den USA vorgeworfen, das islamische Staatssystem mit nicht-militärischen Mitteln beseitigen zu wollen. Wie seine Vorgänger von Jimmy Carter bis Bill Clinton werde aber auch US-Präsident George W. Bush damit scheitern, sagte Khamenei am Donnerstag nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens.

Bush hatte in seiner Rede zur Lage der Nation erklärt, der Iran fördere den Terrorismus. "Amerika ist wie einer der großen Köpfe eines siebenköpfigen Drachen", sagte Khamenei vor Studenten in Teheran. Die islamische Republik Iran werde von Tyrannen angegriffen, weil sie den Unterdrückten helfe.

Das staatliche iranische Fernsehen hat am Donnerstag in scharfer Form die jüngsten Terrorvorwürfe von US-Präsident George W. Bush gegen Teheran als Beleidigung von Staat und Volk zurückgewiesen. Die Zunahme des Terrorismus in der Region sei eine Folge des amerikanischen "Abenteurertums" im Irak, erklärte der Sender IRIB, der als offizielles Sprachrohr der iranischen Führung gilt. Die USA ignorierten zudem jüngste Berichte der Internationalen Atomenergiebehörde, wonach das Atomprogramm des Landes nur friedlichen Zwecken diene.

Eine "eklatante Beleidigung" der Nation sei auch die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, das iranische Volk beim Streben nach Freiheit zu unterstützen. Das iranische Volk habe zu keiner Zeit die Unterstützung von Bush und der Amerikaner benötigt und brauche sie auch nicht in Zukunft, betonte IRIB.

Amerikanische Vorherrschaft vorbei

Der amerikanische Präsident bringe sich durch seine wiederholten und grundlosen Beschuldigungen vor der iranischen und der Weltöffentlichkeit in Misskredit, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hamid-Reza Assefi. "Bush sollte wissen, dass der Iran vor gut 26 Jahren der amerikanischen Vorherrschaft in diesem Land ein Ende bereitet hat", sagte der Sprecher.

Bush hatte in seiner Rede zur Lage der Nation am Mittwochabend (Ortszeit) Iran beschuldigt, wichtigster Unterstützer des Terrorismus zu sein und den Stopp des iranischen Atomprogramms verlangt. Bereits zuvor hatte der US-Präsident militärische Mittel gegen Teheran nicht ausgeschlossen, sollten die internationalen Bemühungen um einen Verzicht auf das Atomprogramm scheitern. Die USA unterstellen Iran, Atomwaffen entwickeln zu wollen. (APA/dpa)

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