Schüssel nennt sich "Reformkanzler" und "ganz gemütlicher Heg'l"

4. Februar 2005, 14:25
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Bundeskanzler denkt aktuell nicht an Neuwahlen - Haider bei Gespräch auf seiner Terrasse vor den Folgen von Knittelfeld gewarnt

Wien - Selbstbewusst bilanziert Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) die ersten fünf Jahre seiner Amtszeit. Anlässlich des Jubiläumstags von Schwarz-Blau am kommenden Freitag nennt sich der VP-Chef im Interview mit der "Kleinen Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) einen "Reformkanzler": "Addieren Sie einmal die Reformen der letzten fünf Jahre und stellen Sie das der Leistungsbilanz der letzten zehn Jahre der großen Koalition gegenüber." Während Schüssel sich im Amt das Linie halten als Devise ausgegeben hat, sieht er sich privat als "ganz gemütlicher Heg'l".

Keine Neuwahlen

An Neuwahlen denkt der Kanzler entgegen so mancher Spekulation der letzten Tage etwa von Seiten des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F) nicht: "Kein Mensch hat an Neuwahlen gedacht und es gibt mit Sicherheit auch keine schwere Störung des Verhältnisses", weist der VP-Obmann auch gleich übertriebene Dissonanzen mit den Freiheitlichen zurück. Deren heftigen Widerstand gegen die Wehrdienstverkürzung schon 2006 begründet Schüssel mit "zum Teil sehr verletzenden Medienkommentare", die bei der FPÖ Wirkung gehabt hätten.

Warnung vor Knittelfeld

Auch weist Schüssel zurück, die Freiheitlichen klein halten zu wollen: "Mein Interesse ist es nicht, dass die FPÖ nicht in Erscheinung tritt. Ich würde dem Koalitionspartner und uns den Rat geben, uns auf die Arbeit zu konzentrieren und nicht daran zu denken: Wie wird die Wahl in zwei Jahren ausgehen? Das kommt von selber." Zum Zusammenbruch der ersten schwarz-blauen Koalition meint Schüssel, er habe Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) bei einem Gespräch auf seiner Terrasse eine Woche vor Knittelfeld auf die möglichen Konsequenzen hingewiesen. (APA)

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    Schüssel: "Reformkanzler"

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