Chirac weist Vorwurf des Neokolonialismus zurück

4. Februar 2005, 20:54
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Nach Kritik an Strafaktion in Cote d'Ivoire, durch die die Luftwaffe des Landes fast vollständig zerstört wurde

Dakar/Nairobi - Der französische Präsident Jacques Chirac hat den Vorwurf, sein Land verhalte sich in Afrika wie eine Kolonialmacht, zurückgewiesen. Frankreich habe seine Truppen dort auf Wunsch der Afrikaner stationiert und sei auch bereit, diese wieder abzuziehen, sagte Chirac bei einem Staatsbesuch in Senegal nach einem Bericht des französischen Senders RFI am Donnerstag. Hintergrund ist der Konflikt in der ehemals französischen Kolonie Cote d'Ivoire. Dort sind derzeit mehr als 4.000 französische Soldaten parallel zu einer UNO-Mission von 6.000 Mann im Einsatz.

Kritik

Frankreich war vor allem in Afrika unter Kritik geraten, als die französische Armee im November im Rahmen einer Strafaktion die Luftwaffe von Cote d'Ivoire fast vollständig zerstörte. Die Armee des westafrikanischen Landes hatte zuvor Stellungen der Rebellen angegriffen und dabei auch mehrere französischen Soldaten getötet. In Folge der anschließenden Ausschreitungen flüchteten tausende Franzosen aus dem Land. Chirac hält sich zu einem Staatsbesuch in Senegal auf, das als neuer Angelpunkt der französischen Politik im westlichen Afrika gilt. (APA/dpa)

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    Der Senegalesische Pärsident Abdoulaye Wade mit seinem französischen Amtskollegen Jacques Chirac in Dakar.

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