Senator verlangt vom CIA Freigabe von Nazi-Akten

4. Februar 2005, 10:48
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Geheimdienst soll Zurückhalten von Dokumenten begründen

Washington - Ein US-Senator hat den US-Geheimdienst CIA am Mittwoch zur Freigabe von Akten aufgefordert, die Aufschluss über dessen Zusammenarbeit mit ehemaligen Nazis geben könnten. Die Akten könnten belegen, dass frühere Mitglieder der Partei Adolf Hitlers oder der SS nach dem Zweiten Weltkrieg im Auftrag der USA die Sowjetunion ausspioniert haben, hieß es in Kongress-Kreisen.

Einem im Jahr 1998 erlassenen Gesetz zufolge müssen staatliche Behörden Akten über Personen zugänglich machen, die an Kriegsverbrechen der Nazis beteiligt waren. Die Dokumente müssen demnach einer speziellen Arbeitsgruppe zur Verfügung gestellt werden. Der Arbeitsgruppe zufolge sei dies auch der Fall, wenn es in den Akten um Mitglieder von Nazi-Organisationen geht, denen Kriegsverbrechen vorgeworfen werden. Der Geheimdienst habe sich jedoch geweigert, solche Akten freizugeben. Es müsse nur Einsicht gewährt werden, wenn eine direkte Anschuldigung vorläge, laute die CIA-Argumentation.

Senator Mike DeWine aus Ohio forderte CIA-Direktor Porter Goss auf, das Zurückhalten der Dokumente öffentlich zu begründen. Einige der Akten könnten sich den Kreisen zufolge mit den Tätigkeiten der früheren Nazis als Spione der USA während des Kalten Krieges beschäftigen. (APA/Reuters)

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