Großes Rätselraten

17. Februar 2005, 16:47
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Die Zeitschrift form feiert das Erscheinen ihrer 200. Ausgabe

Bei einer Zeitschrift gibt es immer etwas zu feiern. form, die deutsche Zeitschrift für Grafik- und Produktdesign, wird zwar erst in drei Jahren 50, aber jüngst erschien die zweihundertste Ausgabe, die als Anlass zur Rückschau und zu einem Sonderheft genutzt wird. Im Zentrum stehen 200 Fragen zu den mitunter kuriosen Randbereichen der Gestaltung. Welcher Schweizer Schriftsteller entwarf und baute ein öffentliches Freibad? Welcher Philosoph sinnierte über die Gestaltung von Buchrücken? Aus welchen Bierflaschen sollte man Häuser bauen?

Ganz im Stile der momentan kursierenden Bücher, die mit amüsant nutzlosem Wissen gefüllt sind (Schotts Listen, Ankowitschs Konversationslexikon) wird hier einmal quer durch die Designwelt gemäht und ausgebreitet, was sonst nur in Partygesprächen vorkommt. Ausschließlich lustig ist form jedoch auch in der 200. Ausgabe nicht geworden. Da Jubiläen immer auch einen Blick in Zukunft nahe legen, werden mit Bruce Mau und Hartmut Esslinger zwei Designlegenden befragt, von denen noch einiges zu erwarten ist.

Esslingers Firma frog-Design, die unter anderem den Apple Macintosh gestaltete, wurde jüngst an einen Elektronikzulieferer verkauft, und form fragt nach, was das zu bedeuten hat. Damit, so Esslinger, sei man dem Traum vom Global Player einen Schritt näher gekommen. Nur wenn Designer in den Produktionsprozess, etwa von Handys, voll integriert seien, könnten sie ihre Kreativität voll ausspielen. Auch Bruce Mau ist alles andere als bescheiden und erzählt von seiner neuesten Ausstellung, in der nichts Geringeres als der globale ökonomische Wandel behandelt wird. Wer form liest, der will eben mehr als ein aktuelles Produktverzeichnis. Die Antworten auf die Fragen lauten übrigens: Max Frisch, Theodor W. Adorno und Heineken.
(oel/Der Standard/rondo/04/02/2005)

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    foto: form
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