Vorauswahl der Geschworenen beendet

15. Februar 2005, 11:25
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Die Verteidigung hofft auf jüngere, liberale und kinderlose Personen - die Staatsanwaltschaft auf eine religiöse Jury

Santa Maria - Nach einer zügigen Vorauswahl der möglichen Geschworenen soll der Missbrauchsprozess gegen US-Popstar Michael Jackson in der nächsten Woche fortgesetzt werden. Richter Rodney Melville ordnete an, die Anhörung der Kandidaten im Gericht der kalifornischen Stadt Santa Maria am kommenden Montag weiterzuführen. Zuvor war die Vorauswahl von 250 Kandidaten für die aus zwölf Mitgliedern bestehende Jury beendet worden.

Jackson ist angeklagt, vor zwei Jahren einen damals 13-jährigen krebskranken Buben auf seiner "Neverland"-Ranch sexuell missbraucht zu haben. Bei einer Verurteilung muss er mit bis zu 20 Jahren Gefängnis rechnen. Der Sänger erschien auch am zweiten Prozesstag selbst vor Gericht.

Nominierung der Geschworenen als erstes Gefecht

Die Nominierung der Geschworenen - der "Jackson Twelve", wie die Jury in Anspielung auf die ehemalige Gruppe "Jackson Five" mit Michael Jackson als Mitglied bezeichnet wird - ist vor allem deshalb kompliziert, weil die Prozessgegner dabei bereits ihre ersten Gefechte austragen. Beide Seiten hoffen, mit der Zusammensetzung der Jury das Verfahren in ihrem Sinne beeinflussen zu können.

So hofft die Staatsanwaltschaft aller Wahrscheinlichkeit nach auf eine mehrheitlich konservative, religiöse und familienorientierte Jury. Die Verteidigung dürfte dagegen nach Ansicht von Experten jüngere, liberale und kinderlose Geschworene bevorzugen. (AFP, DER STANDARD Printausgabe 3.2.2005)

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