Krebsarznei könnte gegen Pocken helfen

2. Februar 2005, 19:25
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Viren werden daran gehindert, sich zu vermehren

London - Auf eine ausnahmsweise erwünschte Nebenwirkung eines experimentellen Krebsmedikaments sind US-Forscher gestoßen: Die Arznei hindert Viren daran, sich zu vermehren. Mäuse, die mit einer tödlichen Dosis von Vaccinia-Erregern, nahe Verwandte der Pockenviren, geimpft worden waren, überlebten, berichtet der "New Scientist".

Die Arznei greift in jenen Mechanismus ein, der Tumorzellen zur unkontrollierten Teilung anregt. Dabei spielen spezifische Moleküle, etwa Wachstumsfaktoren, eine entscheidende Rolle. Da die Viren die gleichen Moleküle für ihre Vermehrung herstellen, verhindert die Arznei auch deren Ausbreitung. Da nur die Replikation gestört, nicht jedoch das Virus angegriffen wird, sei kaum mit Resistenzen zu rechnen. Die Ergebnisse seien wahrscheinlich auf Menschen und humane Pockenviren umzulegen.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3. 2. 2005)

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