3.2.: U-Ausschuss beleuchtet Seebühne

10. Februar 2005, 14:29
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Kanzleramt muss Zweckwidmung der Bundessubvention prüfen

Klagenfurt - In der Causa Klagenfurter Seebühne soll es jetzt einen Untersuchungs-Ausschuss geben. Die Kärntner ÖVP will heute, Donnerstag, einen entsprechenden Antrag im Kärntner Landtag einbringen. Die Sozialdemokraten wollen diesen Antrag unterstützen. Das wäre zwar eigentlich ein klassischer Koalitionsbruch, doch hat ja auch der Kärntner Landeshauptmann und Kulturreferent grünes Licht zur Aufarbeitung des Seebühnen-Debakels - DER STANDARD berichtete - gegeben.

Alles - aber auch wirklich alles, Gebarung und politische Verantwortung, sollen ungeschminkt auf den Tisch. Bloß bei der Offenlegung der Ablöse für den mittlerweile gecancelten Supervertrag für den Leider-doch-nicht-Seebühnen-Intendanten Renato Zanella spießt es sich noch.

Aber auch hier dürfte das Farbe-Bekennen nicht ganz so schwer sein, stehen doch die eigentlich Verantwortlichen in den Augen vor allem freiheitlicher Politiker ohnehin schon fest: Dies wären der kürzlich zurückgetretene FPÖ-Finanzreferent Karl Pfeifenberger und der ebenfalls bereits ausgeschiedene Geschäftsführer der Wörthersee-Festspielgesellschaft Bernhard Sapetschnig. Und die vorliegende Schreckensbilanz der Kanzlei Huber/Roßbacher kann in weiterer Folge ja noch durch einen anderen Prüfer in einem neuen, besseren Lichte gesehen werden.

Wird die Seebühne vielleicht doch noch ein Fall für den Staatsanwalt? Ein Fall für das Bundeskanzleramt dürfte sie allemal werden. Denn laut der Richtlinien des Kunstförderungsgesetzes müssten 1,6 Millionen Euro Bundessubvention für die Seebühne eigentlich zurückgefordert werden. Denn es muss die widmungsgemäße Verwendung der Fördermittel nachgewiesen werden - und die dürfen nicht bloß der Schuldenabdeckung dienen. (stein/DER STANDARD, Printausgabe, 03.02.2005)

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