Tumpel: 335 Millionen fürs AMS

17. Februar 2005, 15:57
9 Postings

Österreichs Jahresarbeitslosenrate statt sieben schon neun Prozent

Wien – Die Arbeiterkammer (AK) ist sehr pessimistisch, was die Entwicklung des Arbeitsmarktes angeht und fordert eine Aufstockung von Geld und Personal im Arbeitsmarktservice (AMS). Im Budget 2005 von Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist eine solche Mittelaufstockung nicht vorgesehen und auch für 2006 nicht zu erwarten.

60 Mio. Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik

AK-Präsident Herbert Tumpel rechnete am Mittwoch vor, dass unter Einbeziehung aller Arbeitssuchender, also auch solcher, die nicht offiziell als arbeitslos aufscheinen, die durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit nicht sieben, sondern bereits neun Prozent ausmache. Nebst anderen Maßnahmen fordert Tumpel daher heuer zusätzliche 60 Millionen Euro für die aktive Arbeitsmarktpolitik, mittlefristig (bis 2008) zusätzliche 250 Millionen Euro.

Hintergrund: In der nächsten EU-Finanzperiode 2007 bis 2013 drohen 100 Mio. Euro an Mitteln des Europäischen Sozialfonds zu entfallen. Auf den ESF-Geldern basiert aber zu 20 Prozent die Finanzierung der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Österreich. Zusätzlich nötig wären ab sofort 500 neue Planstellen im AMS, fordert die AK. Das kostet weitere 25 Millionen Euro. Unterm Strich belaufen sich die AK-Forderungen also auf 335 Millionen Euro, was in keiner Budgetplanung des Bundes aufscheint. Vor allem auch deshalb, weil Arbeitsminister Martin Bartenstein der Überzeugung ist, dass das AMS ohne zusätzliches Personal auskommt. Die AK begründet ihre Forderung nach eine Personalaufstockung unter anderem damit, dass derzeit einem AMS-Berater pro Langzeitarbeitslosen nur eine Beratungszeit von im Durchschnitt zwölf Minuten pro Monat zur Verfügung steht. (miba, DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2005)

Share if you care.