Heeresaffäre: "Neues" Video wird untersucht

4. Februar 2005, 16:21
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Grundwehrdiener wurden von Kadersoldaten bei Übung blutig geschlagen

Wien (APA) - Von einem neuen Video rund um die im Vorjahr bekannt gewordenen Misshandlungen von Bundesheer-Rekruten in der Kaserne Wels (OÖ) berichtet am Mittwoch die Info-Illustrierte "News".

Das Video wurde 2002 während einer Übung zur Vorbereitung der in Polen abgehaltenen PfP-Übung "Strong Resolve" gedreht und zeige zahlreiche Gewaltszenen. Im Verteidigungsministerium und bei der Bundesheer-Beschwerdekommission betonte man, dass das Video bereits Gegenstand von Untersuchungen sei. Auch die Staatsanwaltschaft sei bereits am 17. Dezember 2004 informiert worden.

Bei der Übung sollten mit Schlagstöcken und Schutzanzügen ausgerüstete Kadersoldaten "sicherheitspolizeiliche Maßnahmen" üben, berichtet "News". Zu diesem Zweck seien Grundwehrdiener als so genannte "Roleplayer" eingeteilt worden, die Demonstranten darstellen mussten. Ihr Befehl habe gelautet, unter Anwendung "von verschiedenen Stufen von Gewalt" die Reihen der Kadersoldaten zu durchbrechen, während die Kader dies verhindern mussten.

Die Grundwehrdiener, die keinerlei Schutzkleidung trugen, seien von ihren Vorgesetzten zu diesem Zweck mit Holzlatten, massiven Paletten und prall gefüllten Wasserflaschen als "Bewaffnung" ausgestattet worden. Auf dem 51 Minuten dauernden Video sei zu sehen, wie die Situation eskaliere und Grundwehrdiener von Kadersoldaten blutig geschlagen werden. "News" berichtet von Platzwunden, Schulter-, Waden- und Fingerprellungen. (APA)

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