Toplitzsee: Geheimnis der Kisten soll endgültig gelüftet werden

8. Februar 2005, 15:32
posten

Bundesforste und US-Tauchunternehmen beginnen im April mit dreijährigen Vorabeiten

Graz - Das letzte - oder zumindest ein neues - Kapitel der Legende um den angeblichen Nazi-Schatz im Toplitzsee soll im Frühjahr geschrieben werden. Die Österreichischen Bundesforste als Eigentümer und das US-Tauchunternehmen Global Explorations Company Inc. haben am Mittwoch einen Vertrag über die Zusammenarbeit zur umfassenden Vermessung und Kartierung des Salzkammergut-Sees geschlossen, wie die Bundesforste mitteilten.

Bundesforste-Vorstand Thomas Uher erwartet sich durch die umfassende Kartierung und Vermessung bis in den letzten Winkel des Toplitzsees "die Beseitigung der letzten möglichen Grauzonen". Nach Abschluss des dreijährigen Gemeinschaftsprojekts mit dem Tauchunternehmen aus Florida werde es "keinen vernünftigen Grund mehr für weitere Schatzsuche im Toplitzsee geben", so Uher.

Bis 2007 werden die Unterwasserforscher den See außerhalb der Sommermonate genauestens kartieren. Unterstützt werden sie dabei von Mitarbeitern der Bundesforste, die mit dem Gewässer und seinen Besonderheiten vertraut sind. Diese werden auch darauf achten, dass alle Aktivitäten streng nach ökologischen Kriterien erfolgen, so Uher: "Durch die Vermessung wollen wir die Ruhe für die einzigartige Natur in und um den See wieder herstellen. Es muss aber gesichert sein, dass die Vermessungsarbeiten die Natur nicht schädigen". Um die Modalitäten präzise festzulegen, seien daher länger dauernde Verhandlungen notwendig gewesen. Der nun für April festgelegte Start der neuerlichen Expedition war ursprünglich schon für September 2004 avisiert worden.

Uher verwies darauf, dass bereits vor fünf Jahren ein anderes amerikanisches Forschungsteam eine erfolglose Schatzsuche im See durchgeführt hat. Diesmal stehe jedoch nicht "eine kurzfristige Schatzsuche, sondern die Kartierung des Sees im Vordergrund. Sie soll Daten bringen, die auch für andere wissenschaftliche Projekte nützlich sein können". Von Seiten Global Explorations, wo man über umfangreiche Erfahrung über die Arbeit in Seen und Flüssen verfüge, sollen primär nicht bemannte U-Boote oder Hochsee-Instrumentarium, sondern kleine, flexible Geräte zum Einsatz kommen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In den geheimnisvollen Kisten vermutet man reiches Informationsmaterial aus der NS-Zeit

Share if you care.