Ottakringer 2004 mit kleinem Umsatzplus trotz Schlechtwetters

17. Februar 2005, 10:38
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Bierabsatz ging auf 583.000 Hektoliter zurück - Exporte stiegen um 20 Prozent - "Gartensiedlung" wird 2005 mit 4 bis 5 Mio. Euro zum Ergebnis beitragen

Wien - Die Wiener Ottakringer Brauerei hat 2004 trotz des wetterbedingten Rückgangs im Bierausstoß den Umsatz leicht gesteigert. Nach vorläufigen Zahlen wurden 73,5 Mio. Euro umgesetzt, nach 72,76 Mio. Euro im Jahr 2003. Der Bierabsatz lag bei 583.000 Hektolitern und damit um 1,5 bis 2 Prozent unter dem Vorjahreswert, sagte Ottakringer-Chef Sigfried Menz heute, Mittwoch, vor Journalisten in Wien. Das Betriebsergebnis ging von 1,48 auf 1,2 Mio. Euro zurück, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT)sank von 2,08 auf 1,6 Mio. Euro.

Exportplus am ungarischen Markt

Die Exporte stiegen 2004 um rund 20 Prozent auf 40.000 Hektoliter. Vor allem der ungarische Markt habe sich positiv entwickelt. Die früher gewälzten Pläne Ottakringer auch in entferntere Gegenden zu verschiffen, seien wegen des starken Euro allerdings "ins Wasser gefallen", so Vorstand Christiane Wenckheim. Hoffnungsmärkte für heuer sind Italien, Kroatien und Slowenien sowie die Slowakei. Für das neue Szene-Bier "Unten ohne" sieht man auch Potenzial außerhalb Europas.

In Österreich konnte die Wiener Familienbrauerei im vergangenen Jahr den Marktanteil im Handel von bisher 6,6 auf 6,8 Prozent ausweiten - allein in Wien hält Ottakringer mittlerweile mengenmäßig bei 17,8 (17,6) Prozent. Weitere Bier-Shops, ähnlich dem in St. Pölten im Oktober eröffneten, der Beratung für Veranstaltungen, Verkostung und Auslieferung bietet, soll es laut Menz geben, wenn sie sich bewähren, allerdings nicht heuer.

Positiver Ausblick auf 2005

Für das laufende Jahr zeigt sich der Ottakringer-Chef optimistisch, ohne genaue Zahlen zu nennen. Ziel sei es, das Ergebnis weiter zu verbesern. Dazu beitragen wird nicht zuletzt der Abschluss des Projekt "Gartensiedlung": Die 247 Mietwohnungen sind bereits zur Gänze weg, von den 62 Eigentumswohnungen seien noch einige zu haben, hieß es heute. Aus dem Verkauf der Wohnungen ist laut Menz für heuer mit Einmalerträgen von 4 bis 5 Mio. Euro zu rechnen.

Baustart für "Brauereiviertel" erfolgt 2006

Auch das seit längerem gehegte Immobilien-Projekt "Brauereiviertel" wird nun konkreter: Mit zwei internationalen Entwicklungsgesellschaften laufen Verhandlungen, so Menz. In den nächsten Wochen soll die Entscheidung fallen, wer das Einkaufs- und Vergnügungszentrum auf dem Brauereigelände verwirklichen wird. Baubeginn sei nicht zuletzt wegen der Widmungsfragen frühestens Mitte 2006. Wegen dieser Pläne wird auch der Biervertrieb in das Ottakringer Depot in Wien Simmering übersiedeln.

Keine aktuellen Pläne gibt es derzeit für einen Rückkauf der von der Brau Union gehaltenen Anteile von rund 19 Prozent. "Wenn sie zu haben wären, würden wir darüber nachdenken", sagte Menz auf Journalistenfragen. Ähnlich ist es mit der seit Jahren in den roten Zahlen steckenden deutschen Innstadt-Brauerei: "Sollte ein Käufer kommen werden wir überlegen." (APA)

  • Ottakringer verkaufte 2004 um 1,5 bis 2 Prozent weniger Bier
    foto: www.ottakringer.at

    Ottakringer verkaufte 2004 um 1,5 bis 2 Prozent weniger Bier

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