Schwerer Sturz bei Training zur Damenabfahrt

3. Februar 2005, 15:29
posten

Französin krachte in Absperrungen - Keine Zeitnahme wegen zu starkem Wind - Bei Abschlusstraining droht Wettbremsen

Santa Caterina - Das zweite Abfahrtstraining der Damen bei der alpinen Ski-WM in Santa Caterina ist am Mittwoch von einem schweren Sturz überschattet worden. Die Französin Marie Marchand-Arvier verschnitt Mitte des Kurses und raste ungebremst und so heftig in die Streckenabgrenzung, dass sie am Pistenrand behandelt werden musste. Zwei Stunden nach dem Training konnte zumindest teilweise Entwarnung gegeben werden. Die Französin hatte sich zwar den rechten Arm gebrochen und kurz das Bewusstsein verloren, hat dieses aber bereits wieder erlangt. Der Grad einer zusätzlichen Rückenverletzung, die sich die Französin bei ihrem Sturz zugezogen hatte, war vorerst allerdings noch nicht bekannt.

Trainings-Ergebnisse gab es keine, denn wegen des böigen Windes wurde das zweite Training verkürzt und ohne Zeitnahme durchgeführt. Am Donnerstag steht damit das Qualifikationstraining für die Startnummern der WM-Abfahrt am Sonntag auf dem Programm.

Diskussion um Streckenführung

Der Sturz von Marchand-Arvier heizte die Sicherheitsdiskussionen bezüglich der Damenabfahrt zusätzlich an. Der umstittene Sprung im Mittelteil wurde vor dem Mittwoch-Training erneut entschärft, was die besten Abfahrerinnen der Welt mittlerweile zur Weißglut bringt. "Ich will gar nicht mehr darüber reden, sonst ärgere ich mich nur noch mehr", sagte etwa Michaela Dorfmeister, die nach ihrer klaren Bestzeit im ersten Training noch gemeint hat, dass man mit der ständigen Erleichterung die klassischen Abfahrerinnen verhöhnen würde. Andere Fahrerinnen hatten den im Flachen endenden Sprung kritisiert.

Die FIS favorisiert für Damen-Strecken jedenfalls ein Mehr an Kurven und anderen technischen Herausforderungen bei weniger hohes Tempo. Diesen Vorgaben folgt man bei der WM offenbar bereits. Allerdings ist so wenig Platz zur Verfügung, dass man mit einigen Toren bereits an der Streckenbegrenzung ansteht.

Davor hatte ÖSV-Damenchef Herbert Mandl schon am Montag nach der ersten Besichtigung gewarnt und genau das wurde der Französin am Mittwoch zum Verhängnis. Marchand-Arvier wurde dann mit dem Akja zu Tal befördert und von dort mit dem Helikopter in ein Krankenhaus geflogen. Über ihre Verletzungen wurde noch nichts bekannt.

Bloß keine zu hohen Nummern

Das Qualifikationstraining am Donnerstag wird wohl ordentlich taktiert werden. Die ÖSV-Trainer haben sich nach dem Licht-Desaster im Super G seit Sonntag genau angeschaut, wie sich das Licht speziell im oberen Teil der Strecke verändert. "Bis halb eins ist es okay, insgesamt haben wir aber einen größeren Spielraum als wir dachten. Auf keinen Fall wollen wir aber die Nummern 25 bis 30", sagte Abfahrtscoach Bernd Zobel ein Wettbremsen kurz vor dem Ziel voraus. "Wir werden alles tun, um Bestzeiten zu vermeiden." (APA/red)

Zum Thema

Erstes Training
Dorfmeister dominiert ersten Trainingslauf

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Marie Marchand-Arvier stürzte beim zweiten Abfahrts-Training schwer.

Share if you care.