Literarische Suche nach dem allgegenwärtigen Niemandsland

11. Februar 2005, 21:23
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35. Literaturtage in Rauris unter dem Motto "Worte und Orte, Niemandsland ist überall" - Preisträger heißen Christine Pitzke und Peter Blaikner

Salzburg - "Worte und Orte" ist das Motto der Rauriser Literaturtage 2005, die eine Woche nach Ostern, vom 30. März bis 3. April, in der Pinzgauer Gemeinde (Land Salzburg, Anm.) zum 35. Mal stattfinden werden. "Für die literarische Suche nach dem allgegenwärtigen Niemandsland und konkreten und ideellen Orten haben wir Stars der schreibenden Zunft wie Milo Dor, Urs Widmer, Franzobel, Herta Müller oder Karl-Markus Gauß gewonnen", erläutere Organisatorin Brita Steinwendtner am Mittwoch.

Störlesungen auf Bauernhöfen

Doch genau so wichtig seien die noch wenig bekannten Autoren, so Steinwendtner. "Auch Peter Steiner, Peter Stephan Jungk, Dietlind Antretter, Leo Tuor oder Friedrich Zauner werden wesentliche Beiträge leisten und nicht nur Lesungen bestreiten, sondern auch zu den so genannten Störlesungen auf Bauernhöfe gehen, um dort in privatem Kreis Literatur zu vermitteln." Das traditionsreiche "Gespräch über Kindheit" wird heuer von Müller, Gauß, Tuor und Jungk bestritten, und Schulprojekte engagierter Lehrerinnen, ein Literatur-Chat mit Gauß sowie die Salzburger Musikgruppe "The Klezmer Connection" runden diese literarische Standortbestimmung ab.

Preisträger Christine Pitzke und Peter Blaikner

Die Preisträger der 35. Rauriser Literaturtage heißen Christine Pitzke und Peter Blaikner. Pitzke bekommt den mit 7.300 Euro dotierten Literaturpreis vom Land für "Versuche, den Morgen zu beschreiben". Darin beschäftigt sich die Autorin mit einem Kriegstrauma und den begrenzten Möglichkeiten, derart prägenden Ereignissen mit Sprache beizukommen. Blaikner wird vom Land und der Gemeinde Rauris mit dem Förderpreis bedacht, und zwar für die ersten Kapitel seines Romans "Die Verteidigung des Sommers", in dem es um Salzburgs Bischöfe als Brotherrn geht.

Die Fremdsprachen werden heuer von Leo Tuor vertreten, der in einer der vier rhetoromanischen Sprachen schreibt und von seinen Jahrzehnten als Schafhirte erzählt. Auch das Salzburger Bibliothekarsforum trifft sich mit diversen Autoren zwecks literarischem Meinungsaustausch und der Mitveranstalter der Literaturtage, der ORF Salzburg, dokumentiert die gesamte Veranstaltung. (APA)

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