In die Informatik schnuppern

20. Juli 2005, 15:13
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Mit dem Ziel, mehr Mädchen für die Arbeit im IT-Bereich zu begeistern, fand "girls IT information" mit abwechslungsreichem Programm statt

"Alles, was mit Technik zu tun hat ist im deutschen Sprachraum noch immer fest mit Männern verbunden", sagt Dr. Ulrike Pastner, die Projektleiterin, "um das zu brechen veranstalten wir giTi".

 

Noch immer belaufe sich der Anteil von Frauen in der Informatik auf lediglich 20 Prozent. Dies sei "zu wenig" meint Pastner, "Informatik ist kreativ und gestaltend und ich finde, dass Männer und Frauen gleich verteilt sein sollten." Um dies zu erreichen will man mit giTi sowohl animieren als auch informieren.

 

Vorlesung und Praxis

Die zu diesem Zwecke angebotenen Vorträge umfassten etwa Erfahrungsberichte zum Thema "So ging es mir beim Studium an der TU", einen Informationsüberblick über die einzelnen Studienrichtungen und, als Vorgeschmack auf das Studium, eine Informatikvorlesung.

Nach einem Mittagessen ganz im Stil des Uni Alltags begann dann am Nachmittag ein Schnupperprogramm auf verschiedenen Stationen. Die Schülerinnen konnten hier Eindrücke zu verschiedenen Bereichen der Informatik, wie etwa der theoretischen Informatik, multimedialen, interaktiven oder automatisierten Systemen sowie Mustererkennung und Bildverarbeitung sammeln.

 

Organisiert und veranstaltet wird giTi vom Wissenschafterinnenkolleg Internettechnologien (WIT), auf dessen Homepage laut Pastner auch bald Videoaufzeichnungen der Vorträge zu finden sein werden.

 

Konkrete Vorstellungen

Die Teilnehmerzahl belief sich laut Projektleiterin auf etwa 60 Schülerinnen. "Die Teilnehmerzahl ist etwa gleich geblieben, obwohl wir dieses Jahr mehr Schülerinnen aus Niederösterreich hier haben. Wir erreichen damit zwar nur etwas weniger als 5 Prozent der von uns an den Schulen besuchten Mädchen, die haben allerdings eine ziemlich konkrete Vorstellung davon, was sie wollen", so Pastner

 

Dass sie Informatik studieren will wusste auch die 17-jährige Christine schon vorher. Sie interessiert sich für das Programmieren und besucht giTi um sich einen Überblick über die Möglichkeiten im Bereich der Informatik zu verschaffen. Und dass es oft heißt „das ist nichts für Mädchen“ hat auch sie an der Schule schon erfahren. Allerdings sieht sie das Problem in der Wirtschaft da anders. Es sei viel weniger so, dass Frauen nichts zugetraut wird, als dass sie durch Schwangerschaften ein Risiko in der Berufswelt darstellen, meint die Schülerin.

 

Erfolgserlebnisse

Konkrete Zahlen zu den Schülerinnen, die nachher tatsächlich inskribieren, konnte Projektleiterin Pastner zwar keine nennen, doch weiß sie etwa zu erzählen, dass dieses Jahr ein Mädchen vom letzten giTi die Schülerinnen durch den Schnuppertag begleitet. "Man trifft Leute wieder, die sich für die Informatik entschieden haben. Das sind dann natürlich die Erfolgserlebnisse"

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von Daniel Auferbauer
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    foto: daniel auferbauer
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