Hofmann noch nicht für Österreich

14. Februar 2005, 16:40
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"Ich nehme mir die Zeit, die man dafür braucht" - derzeit verletzter Rapid-Kapitän stand kurz vor Wechsel in die Premier League

Wien - Österreichs Nationalmannschaft muss vorerst (noch) auf den Fußballer des Jahres verzichten. Rapid-Kapitän Steffen Hofmann, der von den Bundesliga-Trainern zum besten Spieler 2004 gewählt worden war, wird am Donnerstag bei der Kaderbekanntgabe für das Viernationen-Turnier auf Zypern nicht im ÖFB-Aufgebot stehen. "Ich werde in dreieinhalb Wochen Vater und jeder wird verstehen, dass dieses Ereignis für mich derzeit im Mittelpunkt steht", erklärte der 24-Jährige gegenüber der APA.

Mit der Entscheidung darüber, ob seine Teamzukunft in Österreich oder seinem Herkunftsland Deutschland liegt, will sich der Spielmacher noch Zeit lassen. Zudem gab es neben zukünftigen Vaterfreuden zuletzt auch andere Dinge, mit denen er sich beschäftigen musste. "Es gab drei Anfragen aus der englischen Premier League, und zunächst habe ich mich einmal mit diesem Thema beschäftigt." Die Gedanken rund um diesen möglichen Vereinswechsel sind seit dem Ende der Transferzeit am 31. Jänner zwar noch nicht Schnee von gestern ("Dort hätte ich drei- bis vier Mal so viel verdienen können"), rücken nun aber doch wieder in den Rot-Weiß-roten bzw. schwarz-rot-goldenen Hintergrund.

"Diese Entscheidung fällt mir sehr schwer, denn daran hängt viel Weiteres in meiner Karriere. Aber erstens bin ich derzeit verletzt, zweitens kann es mit der Geburt meiner Frau jeden Moment losgehen und drittens wäre es nicht gut, jetzt mitzukommen und dann vielleicht zu sagen 'Ich mach's doch nicht'. Ich nehme mir die Zeit, die man dafür braucht", sagt Hofmann, der wegen einer Achillessehnen-Entzündung die Reise zum Rapid-Trainingslager nach Jerez nicht antrat.

Die Kontakte mit Teamchef Hans Krankl ("Wir haben uns zuerst bei einem Abendessen mit der Mannschaft getroffen und ich habe ihm gesagt, dass es auch für mich sehr interessant ist, für Österreich zu spielen. Er wünscht sich natürlich, dass es schneller geht") sowie mit ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig ("Bei der Weihnachtsfeier haben wir miteinander gesprochen") waren ebenso positiv, wie sein persönlicher "Wohlfühlfaktor".

Seit seiner Hochzeit mit einer Wienerin (am 9. September des Vorjahres - gleichzeitig 24. Geburtstag des Würzburgers - heiratete er Freundin Barbara, die nun ein Mädchen erwartet) gäbe es ohnehin ein zusätzliches Argument für seine neue Heimat Österreich: "Ich bin jetzt schon ein paar Jahre da und fühle mich hier sehr wohl. Gerade darum kann ich mir ja vorstellen, dass ich für das Land und die Menschen hier Fußball spiele." (APA)

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    Hofmann weiterhin im Dress von Rapid.

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