Keine Einigung zwischen Fiat und GM

13. Februar 2005, 19:56
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Fiat will Verkaufsoption ausüben - GM hält die Option für ungültig- Einigung vor Gericht möglich - Fiat-Aktien­kurs auf Talfahrt

Rom - Zwischen Fiat und General Motors (GM) ist es im Streit um die Zukunft der Autosparte des italienischen Pkw-Bauers zu keiner Einigung gekommen. Wegen des Verkaufs der zur Autosparte gehörenden Finanztochter Fidis und wegen der Kapitalaufstockung der Fiat Auto sei die Verkaufsoption ungültig, so GM. In einer Presseaussendung unterstrich Fiat jedoch, dass diese Aktivitäten kein Grund seien, um das im Jahr 2000 abgeschlossene Abkommen mit General Motors nicht mehr für gültig zu halten.

"Die Verkaufsoption ist gültig und kann in dem im Rahmen des Abkommens vorgesehenen Zeittermin ausgeübt werden", hieß es in der Presseaussendung. Fiat unterstrich, dass die Verkaufsoption ab dem heutigen Mittwoch bis 24. Juli 2010 ausgeübt werden könne.

Einigung vor Gericht?

Fiat-Chef Sergio Marchionne und der GM-Boss Rick Wagoner hatten vergebens nach einer Lösung im Streit gesucht. GM hatte zuletzt versucht, sich aus der Option "freizukaufen", über die genaue Summe konnte man sich jedoch nicht einigen. Medienberichten zufolge lag die Verhandlungszahl zwischen 1 und 1,5 Mrd. Euro, eine Summe, die sich GM in einer schwierigen Phase nicht leisten kann.

Da es zu keiner friedlichen Lösung für die vertrackte Vertragsklausel gekommen ist, könnten sich die beiden Parteien demnächst vor Gericht in New York wiedersehen. Das Risiko für General Motors ist groß: Sollte Fiat einen Prozess gewinnen, müsste GM sofort die Verbindlichkeiten der Autosparte im Umfang von acht Mrd. Euro übernehmen.

Gewerkschaften besorgt

Die Gewerkschaften in Italien zeigten sich wegen des Streits zwischen GM und Fiat besorgt. "Die Ungewissheit um die Zukunft der Fiat-Autosparte hält an und die Probleme sind immer dieselben. Solange die finanzielle Lage nicht geklärt ist, bleibt Fiats Lage auf gefährliche Weise prekär", betonte der Sprecher des Gewerkschaftsverbands FIM, Giorgio Caprioli.

Fiat-Aktie unter Druck

Die Fiat-Aktien an der Mailänder Börse gerieten am Mittwoch arg unter Druck. Die Fiat-Aktie verlor zu Verhandlungsbeginn über fünf Prozent und sank auf 5,88 Euro. In den vergangenen Tagen hatten die Fiat-Aktien in der Hoffnung auf eine Einigung zwischen den beiden Autobauern kräftig zugelegt. (APA)

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