Papst kämpft seit Jahren gegen Krankheit und Alter

7. Februar 2005, 12:46
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Johannes Paul II. leidet an Parkinson und Knie-Arthrose - Attentat 1981 war gesundheitliche Zäsur

Rom/Vatikanstadt - "Um über alle meine Operationen Bescheid zu wissen, müsste ich mehr Zeitung lesen", wehrte der Papst 1998 lästige Fragen während eines Fluges nach Kuba ab. Johannes Paul II. hat die internationalen Sorgen um seinen Gesundheitszustand immer heruntergespielt. Wegen seiner Begeisterung für das Wandern und Skifahren galt er einst als sportlichster Papst aller Zeiten. In den vergangenen Jahren aber verschlechterte sich der Gesundheitszustand des heute 84-Jährigen zusehends: Nach einem Attentat, mehreren Infektionen, einem Oberschenkelhalsbruch und einem Darmtumor musste er insgesamt sechs Mal operiert werden.

Dem Sport hatte es Papst Johannes Paul II. womöglich zu verdanken, dass er einen Attentatsversuch des Türken Mehmed Ali Agca am 13. Mai 1981 überlebte. Vor allem auf Grund seiner guten körperlichen Grundverfassung habe der Papst die Notoperation überstanden, lautete später die Einschätzung seiner Ärzte. Die Folgen des Anschlags aber beeinträchtigten die Gesundheit des Oberhauptes der römisch-katholischen Kirche seither. So musste bereits einen Monat nach seiner Entlassung wegen einer Virusinfektion erneut wieder ins Spital eingeliefert werden - zum zweiten Mal wegen einer Darminfektion.

Darmoperation

Im Jahr 1992 musste sich der Papst dann einer Darmoperation unterziehen, nachdem bei ihm ein gutartiger Tumor festgestellt worden war. Im Jahr darauf wurde er wegen einer Schulterfraktur behandelt. Nach einem Oberschenkelhalsbruch 1994 wurde dem Heiligen Vater eine Prothese eingesetzt. Seine Bewegungsfreiheit wurde zusätzlich durch eine Knie-Arthrose eingeschränkt.

1996 unterzog er sich einer Blinddarmoperation. Die Blinddarmentzündung war zuvor der Grund für wiederholte Fieberanfälle gewesen. Während der Kar- bzw Osterwoche 2002 hatte das Kirchenoberhaupt erstmals seit seinem Amtsantritt im Oktober 1978 mehrere Zeremonien im Sitzen leiten müssen.

Parkinson

Seit Anfang der 90er Jahre hat das Johannes Paul auch mit der Parkinsonschen Krankheit zu kämpfen; seine zitternde linke Hand kann er deshalb kaum mehr ruhig halten. Auch seine Aussprache wurde durch eine halbseitige Lähmung des Gesichts mehr und mehr erschwert. Zeitweise kann er nur noch mit großen Schwierigkeiten sprechen. Medikamente gegen die Nervenkrankheit wirken sich nachteilig auf die Muskeln aus.

Im Mai 85

Der Papst ist wegen der Parkinson-Erkrankung ständig auf Hilfe angewiesen und wird permanent von einem Ärzte-Team begleitet. Zudem kann er so gut wie nicht mehr gehen und sitzt seit einiger Zeit im Rollstuhl. In den vergangenen Jahren fielen ihm öffentliche Auftritte zunehmend schwer. Zwischenzeitlich präsentierte er sich allerdings auch wieder erstaunlich munter in der Öffentlichkeit. Am 18. Mai wird der Papst 85 Jahre alt, trotz Altersschwäche hat er vor, im August zum Weltjugendtreffen nach Köln zu reisen. (APA)

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