Rice will Europäer zu Zusammenarbeit im Irak bewegen

2. Februar 2005, 07:19
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US-Außenministerin droht Iran mit UN-Sicherheitsrat

Washington - US-Außenministerin Condoleezza Rice will die europäischen Staaten auf ihrer bevorstehenden Antrittsreise davon überzeugen, dass die Wahlen im Irak eine neue Möglichkeit zur Zusammenarbeit eröffnet hätten. "Ich denke wirklich, dass die Wahlen, und das, was das irakische Volk damit gezeigt hat, der internationalen Gemeinschaft eine neue Gelegenheit geben, sich zusammenzutun und zu helfen", sagte Rice am Dienstag in einem Interview der Nachrichtenagenturen AFP und Reuters in Washington. Die große Beteiligung der Iraker an den Wahlen müsse die internationale Gemeinschaft dazu anregen, sich "zugunsten eines stabilen Irak, der keine Bedrohung mehr darstellt", zusammenzuschließen.

Es müsse nun gefragt werden, was "so schnell wie möglich" getan werden könne, damit die Iraker möglichst bald selbständig würden. Die Iraker müssten beim Aufbau eines stabilen und demokratischen Staates unterstützt werden.

Zum Atomstreit mit dem Iran sagte Rice, sie "begrüße" die Anstrengungen der Europäer, Teheran zur Aufgabe militärischer Atomprogramme zu bewegen. Gleichwohl bestehe weiter die Möglichkeit, den Iran vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen, warnte die Außenministerin. Washington arbeite eng mit den drei EU-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusanmmen, die sich um eine diplomatische Lösung des Atomstreits mit dem Iran bemühen. "Aber die Iraner haben im Laufe der Zeit gezeigt, dass sie nicht besonders gut darin waren, ihre internationalen Verpflichtungen einzuhalten", fügte Rice hinzu.

Die neue US-Außenministerin beginnt am Donnerstag in Großbritannien ihre Europareise und wird am Freitag in Berlin erwartet. Weitere Stationen sind Polen, Italien, Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Türkei. Anschließend reist Rice nach Israel und in die Palästinensergebiete. (APA)

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