"Fußball, Sex und Politik"

1. Februar 2005, 21:26
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Berlinale-Direktor Kosslick fasst die prägenden Themen des kommenden Festivals zusammen

Berlin - "Fußball, Sex und Politik" sind laut Berlinale-Direktor Dieter Kosslick (56) prägende Themen der 55. Berliner Filmfestspiele (10.- 20.2). 21 Filme aus 20 Ländern, darunter 15 Weltpremieren, konkurrieren dabei im Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären. Auch drei österreichische Filme bzw. Koproduktionen sind im offiziellen Festivalprogramm - allerdings nicht im Wettbewerb - vertreten, dazu kommen sieben weitere österreichische Filme auf dem European Film Market.

Insgesamt zeigt die Berlinale heuer rund 350 Produktionen, darunter 55 Kurzfilme, weitere 600 werden auf dem European Film Market präsentiert. Kosslick sprach angesichts von 3.320 Einreichungen von einer "Rekord-Berlinale". Auch die 67 deutschen Filme im Festivalprogramm, darunter drei im Wettbewerb, stellen einen Rekord dar. Hollywood-Blockbuster fehlen dieses Mal, dafür sind Europa, Asien und Afrika stark vertreten. Vorsitzender der siebenköpfigen Jury ist der deutsche Regisseur Roland Emmerich.

Thema Sexualität

Filme wie "Kinsey" (mit Liam Neeson als Sexualforscher Alfred C. Kinsey) im Wettbewerbsprogramm und die US-Doku "Inside Deep Throat" über den erfolgreichsten Pornofilm aller Zeiten in der Sektion "Panorama" zeigen die verklemmte Sexualität der 50er und 60er Jahre. Die französische Regisseurin Catherine Breillat hält im Talent Campus ein Seminar mit dem Titel "Directing Sex", und Hollywoodstar Will Smith verhilft in "Hitch - Der Date Doktor" seinen Mitmenschen zum Liebesglück.

Schwerpunkt Afrika

Politischer Schwerpunkt des Festivals ist Afrika. Im Wettbewerb laufen mit "Hotel Ruanda" von Terry George und "Sometimes in April" von Raoul Peck gleich zwei Filme über das Trauma des grausamen Bürgerkriegs in Ruanda. Eröffnet wird das Festival mit dem Abenteuerepos "Man to Man" des französischen Regisseurs Regis Wargnier mit Joseph Fiennes und Kristin Scott Thomas als Afrika-Forscher im 19. Jahrhundert. Um Fußball geht es unter anderem in dem deutschen Episodenfilm "One Day in Europe" von Hannes Stöhr.

Wolfgang Murnbergers Wolf Haas-Verfilmung "Silentium" startet in der Reihe Panorama Spezial, im Panorama wird der österreichische Streifen "Dallas" von Robert A. Pejo gezeigt und im Internationalen Forum des Jungen Films "Crash Test Dummies" von Jörg Kalt.

Filmarchitektur und Ausstattung

Die diesjährige Retrospektive widmet sich, u.a. mit Filmen von Stanley Kubrick, den Themen Filmarchitektur und Ausstattung. Am Talent Campus nehmen heuer 530 junge Filmemacher aus 90 Ländern teil. Ein Höhepunkt soll die Präsentation der 45 besten Kurzfilme aus dem 2004 gestarteten Wettbewerb zur Fußball-WM 2006 in Deutschland werden, an der am 15. Februar u.a. Franz Beckenbauer und der Kurator des WM-Kulturprogrammes Andre Heller teilnehmen.

Für Glamour sorgen auf dem neben Cannes und Venedig wichtigsten Filmfestival der Welt heuer Hollywoodstars wie Keanu Reeves, Will Smith, Anjelica Houston, Glenn Close, Kevin Spacey und Daniel Day-Lewis, der mit einer Berlinale-Kamera ausgezeichnet werden soll, aber auch europäische Filmgrößen wie Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Valeria Bruni-Tedeschi und die junge Schauspielerin Franziska Weisz ("Hundstage", "Hotel"), die als Österreichs "Shooting Star" nach Berlin fährt. (APA/dpa)

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