Run auf WM-Tickets

3. Februar 2005, 12:31
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Schon 500.000 Bestellungen - Organisation rechnet mit insgesamt 30 Millionen Interessenten - Karten-Verlosung im April

Frankfurt/Main - 58 Sekunden nach Mitternacht hat am Dienstag mit der ersten Bestellung aus Deutschland der Run auf die Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 begonnen. Bis zum Nachmittag (16:00 Uhr) waren bereits 500.000 Tickets von 70.000 Interessenten aus etwa 120 Ländern im Internet geordert worden. "Wir sind sehr zufrieden. Bis auf einen kurzen Computerausfall im Raum Frankfurt/Main ist alles glatt und reibungslos gelaufen. Es funktioniert technisch wunderbar, weltweit halten die Server", berichtete Wolfgang Niersbach, Vizepräsident des Organisationskomitees (OK).

Der überwiegende Anteil der bis Dienstagnachmittag eingegangenen Bestellungen kam aus Deutschland, die exotischsten Buchungen wurden aus Burkina Faso und Macau registriert. Überraschend wurden bis zu Mittag von jedem Besteller durchschnittlich nur 6 statt der möglichen 28 Karten geordert. "Das Endspiel ist der absolute Renner", erklärte Niersbach. Die erste ausländische Bestellung ging um sechs Minuten nach Mitternacht aus der Schweiz ein, nur 60 Sekunden langsamer war ein Fan aus den USA.

Verlosung am 15. April

Niersbach wies nochmals darauf hin, dass die Reihenfolge der bis zum 31. März auf der Internetseite des Fußball-Weltverbandes FIFA FIFAworldcup.com möglichen Bestellungen keinen Einfluss auf die Vergabe der in der ersten Verkaufsphase angebotenen 812.000 Tickets hat. Die Karten werden am 15. April unter Aufsicht eines Justiziars verlost, die Gewinner danach innerhalb von 14 Tagen informiert.

Das OK rechnet mit insgesamt 30 Millionen Interessenten. "Wenn es in diesem Rhythmus weitergeht, könnte schon innerhalb von zwei Tagen die Millionengrenze überschritten werden", sagte Niersbach.

Neben Kritik bezüglich des Datenschutzes gab es auch Beschwerden über die Karten-Kontingente. Für jedes Spiel dürfen nur vier Tickets pro Haushalt geordert werden, wodurch kinderreiche Familien benachteiligt sind. "Mir liegt ein böser Brief eines Familienvaters mit drei Kindern vor, der fünf Tickets benötigt", räumte Niersbach ein. Seiner Ansicht nach habe sich das OK jedoch nichts vorzuwerfen. "Wir haben gemeinsam mit der FIFA im Vorfeld sorgfältig gearbeitet und die Europäische Union sowie das Verbraucher- und Innenministerium eingebunden", erklärte der OK- Vizepräsident.

Niersbach kündigte zudem an, dass gekaufte Tickets kurzfristig ausgetauscht werden können. "Wir wollen den Fans individuelle Möglichkeiten dazu einräumen", sagte Niersbach, der eindringlich vor einem Kartenkauf bei Internetanbietern oder auf dem Schwarzmarkt warnte: "Da kann ich nur sagen: Hände weg." (APA/dpa)

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