CIA korrigiert sich offiziell: Keine Massenvernichtungswaffen im Irak

2. Februar 2005, 19:12
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"Los Angeles Times" veröffentlicht Geheimbericht

Washington - Rund zwei Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs ist der US-Geheimdienst CIA jetzt offiziell von seiner damaligen Einschätzung abgerückt, dass es in dem Land Massenvernichtungswaffen gab. In einem geheimen internen Report heißt es nunmehr, dass der einstige irakische Diktator Saddam Hussein sein Programm für chemische Waffen 1991 eingestellt habe, wie die "Los Angeles Times" am Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstbeamte berichtete.

Dem Blatt zufolge ist es das erste Mal, dass sich die CIA in diesem Punkt direkt korrigierte. Insgesamt sei es ein äußerst ungewöhnlicher Schritt, dass "Schwarz auf Weiß" von früheren Positionen abgerückt worden sei, wurden Beamte zitiert. Wie es weiter hieß, sei der Report nicht zur offiziellen Vorlage bei der US-Regierung gedacht, sondern dazu, noch existierende interne Unterlagen mit der damaligen Fehleinschätzung auf den neuen Stand zu bringen.

Die US-Regierung hatte den Krieg ursprünglich ausschließlich mit der Existenz von Massenvernichtungswaffen begründet. Erst vor Kurzem war bekannt worden, dass ein von der CIA geführtes Team im Dezember stillschweigend seine Suche nach einem derartigen Arsenal eingestellt hat. David Kay, der frühere Leiter der Expertengruppe, hatte aber bereits vor einem Jahr in einem Kongress-Bericht eingeräumt, dass die damalige Einschätzung falsch gewesen sei. Danach hatte der - dann im vergangenen Sommer zurückgetretene - CIA-Direktor George Tenet aber immer noch erklärt, dass sich bei Abschluss aller Untersuchungen herausstellen werde, "dass wir weder völlig richtig noch völlig falsch lagen". (APA/dpa)

Link

CIA Corrects Itself on Arms

in der "Los Angeles Times"

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