Grippewelle: Experten rufen zu Impfung auf

7. Februar 2005, 09:32
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In den kommenden Wochen ist mit Erkrankungs-Welle zu rechnen - Influenza A-Viren nehmen überhand

Wien - In Wien sind vergangene Woche etwa 15.700 Menschen an Influenza oder einem grippalen Infekt erkrankt. Experten haben am Dienstag zu Impfungen gegen den Grippe-Virus aufgerufen. "Wer sich noch schnell zur Impfung entschließt, könnte noch in den Schutz kommen", erklärte Univ.-Prof. Franz X. Heinz, Leiter des virologischen Instituts in Wien, gegenüber der APA.

Mit dem Ausbruch der Krankheitswelle war laut Heinz schon einige Zeit gerechnet worden. "In Europa kommt sie heuer eher aus dem Westen, aus Spanien." In den vergangenen Wochen waren in Wien, wo es ein Überwachungssystem samt wöchentlicher Hochrechnung der Zahl der Erkrankungen an echter Influenza und an banalen Erkältungserkrankungen gibt, bereits recht hohe Patientenzahlen geschätzt worden. Influenza A-Viren, die klassischen Erreger einer Grippewelle, waren zunächst nur vereinzelt nachgewiesen worden.

Schutz nach 10 Tagen

"Jetzt nehmen offenbar die Influenza A-Viren überhand," warnt Heinz. Damit ist für die kommenden Wochen mit deutlich erhöhten Erkrankungszahlen zu rechnen. Die Immunisierung durch eine Impfung wirkt etwa nach zehn Tagen. Wer sich also jetzt noch impfen lässt, dessen Immunsystem könnte noch rechtzeitig einen Schutz aufbauen.

Seit einigen Jahren gibt es mit dem rezeptpflichtigen Medikament Oseltamivir ("Tamiflu") auch ein Medikament gegen die Influenza A und die Influenza B. Es muss aber binnen kürzester Zeit nach dem Auftreten von Symptomen (Fieber, Gelenksschmerzen etc.) eingenommen werden. Nachteil: Das Medikament ist teurer als die Impfung.

Eine Influenza-Welle kostet in Österreich jeweils einige Tausend Menschen das Leben. Im Jahr 2000 gab es rund 3.600 Todesfälle, die fast ausschließlich über 60-Jährige betrafen. Die Impfung ist besonders wichtig für Menschen über 60, chronisch Kranke und Kinder. (APA)

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    foto: epa
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