Prokop für neun Monate plus

10. Februar 2005, 18:00
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Innenministerin: Verpflichtendes Jahr Sozialdienst "überhaupt nicht denkbar" - Zivildienst soll als Ausbildungspraktikum anrechenbar sein

Wien - Innenministerin Liese Prokop (V) tritt dafür ein, dass nach der Verkürzung der Wehrpflicht von acht auf sechs Monate der Zivildienst von zwölf auf neun Monate reduziert wird. In der "Presse" sagt Prokop, "der Vorschlag lautet neun Monate plus eine freiwillige Verlängerung. Die Art der Verlängerung müssen wir uns im Detail anschauen", auch wie man die finanzielle Situation der Zivildiener besser gestalten könne.

Als Praktikum anrechenbar"

Der Zivildienst soll laut Prokop ein Praktikum für manche Berufe werden, das man für Ausbildungen anrechnen kann - wenn man sich freiwillig verpflichtet und ein Jahr bleibt. Auf ein Berufsheer angesprochen, meinte die Innenministerin, ein solches würde "wahnsinnig viel Geld kosten". Dass der Zivildienst das beste Argument gegen ein Berufsheer sei, bejaht Prokop: "Das stimmt, das ist abstrus".

Freiwilliges Jahr

Ein freiwilliges soziales Jahr als Alternative für den Zivildienst hielte sie für sehr gut. "Nur ich glaube nicht, dass man so viele finden wird, die da mitmachen." Ein verpflichtendes soziales Jahr "ist zur Zeit überhaupt nicht denkbar. Wenn man auf der einen Seite den Militärdienst abschafft, auf der anderen Seite aber wieder zu einer Art Sozialarbeit verpflichtet, das passt nicht zusammen", so Prokop.

kein Mitleid mit der FPÖ

Dass beim Bundesheer eine Weisung für eine Verkürzung des Wehrdienstes reicht, beim Zivildienst aber eine Verfassungsmehrheit notwendig sei, ist für Prokop "nicht ganz sinnvoll, aber das ist in einer Zeit entstanden, wo man geglaubt hat, dass man sich absichern muss". Darauf angesprochen, ob sie nicht Mitleid mit der FPÖ habe, die beim Wehrdienst von der ÖVP überfahren worden sei, meinte die Innenministern, "es hat doch Gespräche gegeben. Und es gibt die Übereinkunft innerhalb der Heeresreformkommission". Ob sie wie Verteidigungsminister Günther Platter (V) gegen den Willen der FPÖ die Wehrdienstverkürzung per Weisung gemacht hätte, beantwortete Prokop so: "Es hat scheinbar keine andere Möglichkeit gegeben". (APA)

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