Universal will Geld für Musikvideos

11. Februar 2005, 13:41
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On-Demand-Services künftig nur mehr gegen Bezahlung

Die Universal Music Group wird Musik-Videos künftig nicht mehr gratis für Internet-Provider und Kabel-TV zur Verfügung stellen. Denn diese sind laut New York Times im Begriff, ein enormes Geschäft mit Video-On-Demand (VOD) auf die Beine zu stellen. Universal will die fatale Fehlentscheidung aus den 1980er Jahren nicht wiederholen, als dem Musiksender MTV kostenlos Musikvideos zur Verfügung gestellt wurden.

Lizenzverhandlungen

Internet- und Kabelanbieter haben bereits ein Schreiben erhalten über notwendige Lizenzverhandlungen bei VOD-Angeboten. Ohne Lizenzen dürfen künftig keine Videos mehr gezeigt werden. Universal, die für ein Drittel der Neuerscheinungen in den USA verantwortlich zeichnet, gab auch bekannt, künftig nicht mehr bei Websites oder Kabel-Stationen Werbungen zu schalten, die keine Lizenzverträge unterschreiben.

Vertrag mit Microsoft

Im Dezember hatte Universal bereits einen Vertrag mit Microsoft unterschrieben, wonach Videos kostenpflichtig auf dem MSN-Service laufen. Der Software-Hersteller verpflichtete sich eine Abgabe pro Video oder einen prozentuellen Anteil des Werbe-Umsatzes abzuliefern. Laut Universal würde das neue System auf eine große Bandbreite von Internet-Providern zutreffen, so auch auf Yahoos Launch, AOL Music on Demand und RealNetworks. Exakte Bedingungen wurden seitens Universal nicht bekannt gegeben. Alleine von Yahoo könnten jährlich geschätzte 12 Mio. Euro zurückfließen.

Neue Initiativen

Universal setzt mit diesem Schritt eine weitere Initiative, etablierte Praktiken im Musik-Business aufzurütteln. 2003 verlautbarte der Konzern, CD-Preise um bis zu ein Drittel zu senken, um den sinkenden Verkäufen wieder Leben einzuhauchen. Nach eigenen Angaben stiegen die Album-Verkäufe von Universal im vergangenen Jahr dann um sieben Prozent, während die Industrie insgesamt nur 1,6 Prozent Zuwachs verzeichnete.

MTV zeigt zwar nicht mehr so viele Musikvideos wie dies einst der Fall war, aber das Medium hat ein eigenes Umfeld kreiert, das sich auch im Internet rasant schnell ausbreitet. Auch VOD-Services werden immer öfter in Anspruch genommen. Laut Yahoo konsumieren User monatlich mehr als 300 Mio. Videos auf ihrer Plattform. Und Universal will, dass dafür künftig gezahlt wird.(pte)

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