Guantanamo: Anwälte des "Bremer Taliban" schöpfen nach US-Urteil Hoffnung

2. Februar 2005, 19:12
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Verteidiger will Antrag auf Haftentlassung des deutsch-türkischen Häftlings einbringen

Bremen - Nach dem Urteil einer US-Bundesrichterin zur teilweisen Verfassungswidrigkeit der Militärtribunale im Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba sehen die Anwälte des als "Bremer Taliban" bekannten deutsch-türkischen Lehrlings Murat Kurnaz Chancen auf Freilassung ihres Mandanten. Verteidiger Bernhard Docke kündigte am Dienstag an, beim Federal District Court in den USA einen Antrag auf Haftentlassung zu stellen.

Die US-Bundesrichterin Joyce Hens Green hatte am Montag geurteilt, die auf dem US-Stützpunkt auf Kuba festgehaltenen Terror-Verdächtigen hätten von der US-Verfassung garantierte Rechte. Das Urteil bezieht sich ausschließlich auf die Tribunale, mit denen das Pentagon seit Monaten überprüfen lässt, ob Gefangene weiter in dem Lager festgehalten werden sollen.

Laut Verteidiger Docke geht die US-Bundesrichterin in ihrem Urteil auch auf den Fall Kurnaz ein. Demnach seien Grundsätze eines fairen Verfahrens teilweise verletzt worden. Der Bremer Lehrling war Anfang 2002 in Pakistan festgenommen worden und befindet sich seitdem in Haft. Laut Docke werfen ihm die US-Ermittler vor, sich in Pakistan in Moscheen aufgehalten zu haben, die Verbindungen zum al-Qaeda-Netzwerk hätten. Kurnaz bestreite das. Seinem Anwalt zufolge ist auch die Einschätzung der US-Justiz falsch, wonach es sich bei dem Bremer mit türkischem Pass um einen islamistischen "Kämpfer" handle. (APA)

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