Keine "Spatzenhirne": Vögel sind "schlauer" als gedacht

7. Februar 2005, 22:25
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Japanische Studie: Vögel könnten sogar Gemälde von Picasso und Monet unterscheiden

London - "Spatzenhirn" muss kein Schimpfwort sein: Vögel sind schlauer als lange angenommen. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Führung der Duke University in North Carolina berichtet in einem Überblickartikel, dass sich etwa Tauben bis zu 725 verschiedene Muster einprägen können. Die Forscher verweisen zudem auf eine japanische Studie, nach der die Vögel sogar Gemälde von Picasso und Monet unterscheiden können. Der Artikel der Forscher um Erich Jarvis steht in der aktuellen Ausgabe des britischen Fachjournals "Nature Reviews Neuroscience" (Bd. 6, S. 151).

Oft unterschätzt

Die Intelligenz von Vögeln werde im Vergleich zu der von Säugetieren oft unterschätzt, schreibt das Team aus 29 Neurologen. Das zeige sich nicht nur bei Brieftauben, die ihren Weg auch über sehr weite Distanzen nach Hause zu finden, sondern auch an anderen Superhirnen aus der Vogelwelt: In Laborversuchen konnten Singvögel bis zu 2.000 verschiedene Melodien lernen. Afrikanische Graupapageien seien in der Lage, Zahlen und Wörter in einem Gespräch mit Menschen richtig zu verwenden.

"Werkzeug-Verwendung" bei Krähen?

Und eine Krähe habe unter Versuchsbedingungen aus einer Schnur kurzerhand eine Schlinge geformt, um sich einen Leckerbissen aus einer Röhre zu angeln. Die Forscher verglichen auch die Anatomie der Vogel- und der Menschenhirne und beschreiben eine stärkere Übereinstimmung als in Lehrbüchern verbreitet. (APA/dpa)

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    Nicht dumm: Eine Krähe benutzt ein Stöckchen, um Nahrung aus einer Öffnung zu angeln.

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