London fordert von Washington mehr Anstrengung bei Klimaschutz

1. Februar 2005, 14:56
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Britische Umweltministerin Beckett eröffnete Klimakonferenz - Verbrauch klimaschädlicher Stoffe geht in Deutschland zurück

Exeter - Zu Beginn einer internationalen Klimakonferenz im englischen Exeter hat die britische Umweltministerin Margaret Beckett die USA aufgefordert, sich auf internationaler Ebene stärker für die Reduzierung von Treibhausgasen einzusetzen. Zur Erderwärmung trügen alle Länder bei, deshalb sei ein internationales Vorgehen nötig, sagte Beckett am Dienstag. "Bedeutende Auswirkungen" auf das Klima seien bereits "unvermeidbar"; kein Land, nicht einmal ein Kontinent, könne das Problem allein lösen.

Die Ministerin lobte das Kyoto-Protokoll, das am 16. Februar nach langen Verhandlungen und trotz des Widerstandes der USA in Kraft treten wird. Der Vertrag sei aber nur ein erster Schritt. Die Ministerin sprach sich für den Einsatz erneuerbarer, sauberer Energien aus und warnte die Entwicklungsländer, dem energie-intensiven Beispiel der Industrienationen zu folgen.

An der Konferenz "Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels" in Exeter nehmen mehr als hundert Wissenschaftler aus rund 30 Ländern teil. Ihre Schlussfolgerungen gehen an die Gruppe der sieben führenden Industrienationen und Russland (G8). Empfehlungen werde die Konferenz nicht geben, sagte Konferenzleiter Dennis Tirpark. "Das ist Aufgabe der Politiker." Großbritannien hat in diesem Jahr die G-8-Präsidentschaft inne und hat Maßnahmen gegen den Klimawandel zu einem zentralen Anliegen gemacht. Mitte März sollen sich Minister aus rund 20 Ländern zu dem Thema in London treffen.

Verbrauch klimaschädlicher Stoffe geht in Deutschland zurück

In Deutschland werden indes immer weniger klima- und ozonschichtschädigende Stoffe freigesetzt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, ging der Verbrauch von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und anderer Mittel im Jahr 2003 um 3,4 Prozent im Vorjahresvergleich auf insgesamt 9.023 Tonnen zurück. Der Verbrauch rein ozonschichtschädigender Stoffe sei 2003 um 24 Prozent auf 1.929 Tonnen gesunken. Gewichtet nach dem Schadenspotenzial sank der Verbrauch dieser Stoffe demnach sogar um mehr als 50 Prozent. (APA/AP/Red)

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