Schweiz stellt Entwicklungshilfeprojekte ein

2. Februar 2005, 16:55
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Helfer befürchten Menschenrechtsverletzungen

Bern/Wien - Die Schweiz hat angesichts der dortigen politischen Krise ihre Entwicklungshilfeprojekte in Nepal eingestellt. Dies teilte ein Sprecher der Berner Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) am Dienstag mit. "Wir können nur weiterarbeiten, wenn gewisse minimale demokratische Anforderungen und Sicherheitsvoraussetzungen erfüllt sind", sagte er.

Die DEZA verfolge die Entwicklung nach der Absetzung der Regierung durch König Gyanendra mit Sorge, sagte der Sprecher. Man sei aber "nicht ganz überrascht" von der Situation, sie habe sich seit Mitte Dezember abgezeichnet. Nepal ist ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Die Schweiz engagiert sich seit über vierzig Jahren in dem Himalaya-Staat und wendet jährlich rund 20 Mio. Franken (12,93 Mio. Euro) für Projekte auf, bei der Friedensförderung und die gute Regierungsführung im Mittelpunkt stehen.

Österreichische Entwicklungshelfer wollen weiterarbeiten

Anders als die Schweiz denkt Österreich angesichts der dortigen innenpolitischen Krise nicht an eine Verringerung seines entwicklungspolitischen Engagements in Nepal. "So lange man vernünftig arbeiten kann, geht es weiter", sagte Gerhard Pulfer von der Austrian Development Agency (ADA) am Dienstag der APA. Er verwies darauf, dass die Lage im Himalaya-Königreich schon in den vergangenen Jahren "immer ein Auf und Ab" gewesen sei und man trotzdem gute Erfolge bei den Projekten erzielt habe.

Österreich gab laut Pulfer im vergangenen Jahr 650.000 Euro für Entwicklungszusammenarbeit in Nepal aus. Die meisten Projekte werden vom Salzburger Verein "Eco-Himal" durchgeführt. Dort hieß es am Dienstag auf Anfrage der APA, man plane "auf keinen Fall" einen Rückzug aus Nepal.

Nepal gehört zu den Partnerländern der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Schwerpunkte sind die Bereiche ländliche Entwicklung, Tourismus und Kultur, sagte Pulfer. Konkret werden etwa Kleinbauern beim Bau von Schulen, Brücken und Mühlen sowie der Sicherung ihrer Trinkwasserversorgung unterstützt. Ein weiteres Projekt hat die Erhaltung der Artenvielfalt durch Imkerei und Bienenzucht zum Inhalt. Damit und auch durch Tourismusprojekte soll den Bauern ein zusätzliches Einkommen verschafft werden. (APA/sda)

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