Erstmals schwarze Zahlen für Premiere

9. Februar 2005, 18:25
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Zeitplan für Börsegang soll Mitte Februar veröffentlicht werden - keine Österreich-Zahlen bekannt gegeben

Der Münchener Bezahlsender Premiere hat 2004 erstmals ein Geschäftsjahr mit operativ schwarzen Zahlen abgeschlossen und strebt auch im laufenden Jahr ein profitables Wachstum an. "Das Ziel 2005 ist profitables Wachstum im Kerngeschäft", sagte Vorstandschef Georg Kofler am Dienstag.

"Wir haben bisher immer unsere Prognosen erfüllt"

Mit Blick auf den für März geplanten Börsegang wollte der Senderchef die bisherige Aussage, wonach Premiere im laufenden Jahr auch unter dem Strich schwarze Zahlen schreiben soll, nicht wiederholen. "Auf Grund der marktüblichen Regelungen darf ich vor dem Börsegang keine zukunftsgerichteten Aussagen treffen", sagte Kofler. "Aber nur so viel: Wir haben bisher immer unsere Prognosen erfüllt."

Kofler zufolge soll Mitte Februar der Zeitplan für das Initial Public Offering (IPO) veröffentlicht werden, die Details sollen bis Monatsende folgen. "Von den Gesprächen, die ich geführt habe, kamen bisher ausgesprochen ermutigende Signale", ergänzte der Vorstandschef mit Blick auf das Interesse der Anleger.

Umsatzanstieg von 7,2 Prozent

2004 hat der Börsenkandidat Premiere nach eigenen Angaben bei einem Umsatzanstieg von 7,2 Prozent auf 984,8 Millionen Euro einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 82,9 (Vorjahr minus 21,2) Millionen Euro verbucht. Unter dem Strich verringerte sich der Verlust auf 80,6 (205,4) Millionen Euro. Eine deutliche Ergebnisverbesserung unter dem Strich dürfte 2005 schon alleine dadurch gesichert sein, dass Premiere 2005 einen Teil seiner Darlehen nicht mehr bedienen muss und hierdurch ein Zinsaufwand von 40,5 Millionen Euro entfällt. Da Kofler mit dem IPO-Erlös auch die Schulden zurückfahren will, sollte die Zinslast noch zusätzlich sinken.

2004 konnte Premiere vor allem im Kernsegment zulegen, während das Geschäft mit Empfangsgeräten (Decodern) planmäßig schrumpfte. So kletterten die Erlöse aus dem Verkauf von Premiere-Abos und einzelnen Filmen (Pay-per-View) sowie Werbung um 165 Millioen Euro auf 880 Millionen Euro. Das Decoder-Geschäft verringerte hingegen den Umsatz um mehr als einhundert Millionen Euro auf 77,3 Millionen Euro. Dieser Rückgang bleibe ein einmaliger Vorgang, sagte Kofler. "Die Hardware-Erlöse haben sich jetzt auf ein angemessenes Niveau im Verhältnis zum Gesamtumsatz eingependelt."

Den durchschnittlichen Umsatz je Abonnenten (ARPU) im Kerngeschäft steigerte Premiere binnen Jahresfrist um zehn Prozent auf 286 Euro. "Im europäischen Vergleich gibt es hier durchaus noch Luft nach oben", sagte Kofler.

Premiere veröffentlicht keine gesonderten Bilanzzahlen für seine Österreich-Tochter. Geschäftsführer Georg Kofler verwies am Dienstag im Gespräch mit der APA auf den heuer geplanten Börsegang. "Wir veröffentlichen Konzernzahlen, die untergliedern wir nicht in Unternehmensteile", sagte er. Über steigende Abonnement-Zahlen auch in Österreich hatte sich der Sender bereits im Jänner öffentlich gefreut.

Einen zusätzlichen Schub für das Pay-per-View-Segment erwartet sich Kofler von den neuen digitalen Festplattenrekordern, die im Frühling bis Frühsommer auch in Österreich auf den Markt gebracht werden sollen. Das Prinzip: Premiere "schickt" den Kunden regelmäßig Filme auf die Festplatte, die Freischaltung erfolgt kostenpflichtig. "Das ist eigentlich Video on Demand und bringt die Leute dazu, mehr Filme zu bestellen, denn die sind dann bereits lokal vorhanden", ist sich Kofler sicher. (APA/Reuters)

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