Scharfe Kritik an Protektoratsbehörde in Bosnien

2. Februar 2005, 16:43
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IFIMES: Ashdown fördert "Konzept eines totalitären Regimes und behandelt Bosnien-Herzegowina eher als Kolonie denn als souveräner Staat"

Sarajewo/Laibach - Das Internationale Institut für Nahost- und Balkan-Studien (IFIMES) hat scharfe Kritik an der Protektoratsbehörde des Hohen Repräsentanten der UNO und Sondervertreters der EU in Bosnien-Herzegowina geübt. Knapp zehn Jahre nach Schaffung des zur Zeit vom Briten Paddy Ashdown geleiteten Amtes zeige die "bürokratischste Institution" der Nachkriegszeit keinerlei Willen zur Reform, heißt es in einer aktuellen IFIMES-Studie. "Mit seinen Taten befördert der Hohe Repräsentant das Konzept eines totalitären Regimes und behandelt Bosnien-Herzegowina eher als Kolonie denn als souveräner Staat."

Die internationale Gemeinschaft müsse auf die Absetzung Ashdowns drängen, um einen Neuanfang in dem Drei-Millionen-Einwohner-Land zu starten, wird in der Studie des in der slowenischen Hauptstadt Laibach ansässigen Instituts gefordert. Mit den bisher angewendeten Mitteln habe die Vorherrschaft der nationalistischen Parteien in Bosnien-Herzegowina trotz immenser internationaler Gelder nicht gebrochen werden können. Nur mit einer grundlegenden Reform und einer "neuen Transparenz" der Protektoratsbehörde sei es möglich, Bosnien "zurück auf den Weg einer wahren Demokratisierung zu bringen" sowie eine "nachhaltige multi-ethnische Gesellschaft zu schaffen". (APA)

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    Kritik an Paddy Ashdown

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