Eishockey-Länderspiel unter der Eisdecke des Weißensees

6. Februar 2005, 21:11
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Apnoe-Taucher aus Österreich und Deutschland kämpfen in spiegelverkehrtem Match um Styropor-Puck

Ein Eishockey-Länderspiel der besonderen Art wollen vier Extremsportler Anfang März im Weißensee in Kärnten austragen. Gespielt wird unter dem Eis, ohne Sauerstoffflaschen, der Puck ist aus Styropor, die Tore sind auf der Unterseite der Eisdecke montiert. Der Initiator dieses Events ist der 28 Jahre alte Tauch-Fanatiker Christian Redl aus Moosbrunn in Niederösterreich.

Redl, der auch den Weltrekord im Streckentauchen unter dem Eis - 90 Meter mit Flossen - hält, ist mehrfacher Weltmeister im Apnoe-Tauchen. "Fünfeinhalb Minuten kann ich unter Wasser bleiben", erklärte er am Dienstag im Gespräch mit der APA. Gemeinsam mit Jaromir Foukal aus Wiener Neustadt will er am 5. März mit dem Eishockeyspiel unter der Eisdecke eine Weltpremiere feiern.

Gespielt wird auf drei Mal zehn Minuten, die Spielfläche hat eine Größe von acht mal sechs Metern. Die Gegner sind Philipp von Heydebreck, 36, und Knut Stender, 32, aus Deutschland, beide sind ebenfalls erfahrene Apnoe-Taucher. Pro Team ist immer ein Spieler aktiv, der sich jederzeit von seinem Partner ablösen lassen kann.

Nicht ungefährlich

Da das Eistauchen eine nicht ungefährliche Angelegenheit ist, wurden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Redl: "Es sind sechs Sicherungstaucher im Einsatz, natürlich ist auch ein Arzt da." Auf der Eisdecke des Sees wird ein beheiztes Zelt aufgestellt, in dem sich die Extremsportler umziehen können. "Das Wasser hat vier Grad, da wird einem mit der Zeit ganz schön kalt", so Redl.

Das größte Problem stellt für ihn aber nicht die Kälte dar, sondern die psychische Belastung: "Beim Apnoetauchen hat man die Gewissheit, jederzeit nach oben gehen zu können, um Luft zu schnappen." Unter dem Eis falle diese "Sicherung" aus, da man immer zum Loch schwimmen müsse. "Das kann einem ganz schön zu schaffen machen."

Nicht nur Hobby, sondern eine Leidenschaft

Bereits im vergangenen Winter wollte das Quartett dieses spiegelverkehrte Eishockeymatch austragen. Die Weltpremiere im Zeller See in Salzburg fiel ins Wasser, da einer der deutschen Teilnehmer an einer Lungenentzündung erkrankte. "Heuer passt es aber auch viel besser, immerhin findet die Eishockey-WM in Österreich statt", meint Redl.

Derartige Extremsport-Events sind für ihn nicht nur ein Hobby, sondern eine Leidenschaft. Er bedauert es lediglich, "dass man in Österreich davon nicht leben kann". Daher investiert er praktisch seine gesamte Freizeit in das Tauchen. Im Brotberuf ist Redl übrigens Wertpapierhändler: "Tagsüber laufe ich in Anzug und Krawatte herum, nach Dienstschluss wird der Business-Outfit gegen den Neopren-Anzug getauscht." (APA)

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