Wiener ÖVP fordert Anti-Drogen-Offensive der Stadt

3. Februar 2005, 10:54
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Pfeiffer: Eltern müssen in die Pflicht genommen werden - Jährliche Evaluation der städtischen Drogenarbeit

Für eine groß angelegte Kampagne gegen Drogenkonsum und für jährliche Evaluation der städtischen Drogenarbeit trat heute, Dienstag, die Wiener ÖVP in einer Pressekonferenz auf. Drogensprecher Gerhard Pfeiffer verwies auf den steigenden Suchtmittel-Konsum junger Menschen. Es sei mittlerweile "Zeit, offensiv zu werden", unterstrich Pfeiffer. Bezüglich einer Kampagne und der regelmäßigen Evaluation werde die ÖVP im nächsten Gemeinderat zwei Anträge einbringen.

Die Primärprävention - also die Bewusstseinsbildung durch Kampagnen und Veranstaltungen - sei von immenser Bedeutung. Dennoch sei in diesem Bereich "bisher zu wenig geschehen", bedauerte der ÖVP-Politiker. Offensichtlich könne man im öffentlichen Raum für alles werben, jedoch nicht für ein selbstbestimmtes Leben.

Prävention

Der zuständige Fonds Soziales Wien (FSW) beschränke sich zu sehr auf die Bereiche Sekundär- und Tertiär-Prävention, die sich um die Betreuung von Drogenpatienten kümmern. Dabei handle es sich um "Reparaturaufwand", der weniger werde, wenn man die Jugendlichen gleich vom Konsum abhalte. Allerdings sei diese Arbeit für die Betroffenen natürlich wichtig.

Wenn man allerdings versäume, auch in die Prävention zu investieren, müsse man im Nachhinein mehr Geld investieren. Klar sei auch: "Man verliert nicht nur die Mittel, man verliert auch die jungen Menschen", klagte Pfeiffer.

Seien 2002 in Österreich 20 Menschen zwischen 20 und 24 Jahren an Drogenmissbrauch gestorben, seien es im Jahr darauf bereits 37 gewesen, so Pfeiffer. Wichtig sei deshalb auch das Vorbildverhalten der Familie, die nicht durch Kettenrauchen oder Alkoholexzesse den Nährboden für eine spätere Sucht des Kindes bereiten dürfe. (APA)

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