Kärntner Landwirt ließ Tausende Hühner verhungern

4. Februar 2005, 13:47
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Amtstierarzt: "Habe so etwas noch nie gesehen" - Schuld an der Tiertragödie sei eindeutig menschliches Versagen

Ein Kärntner Landwirt hat auf seinem Bauernhof Tausende Hühner verhungern lassen. "Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagte der Wolfsberger Amtstierarzt Valentin Maierhofer am Dienstag gegenüber der APA. Auf die Spur war man dem Tierquäler durch eine anonyme Anzeige gekommen.

Am Montagabend fuhr Maierhofer nach dem Anruf zu einem Bauernhof in St. Andrä im Lavanttal. Dort bot sich ihm ein schreckliches Bild: "Etwa 3.000 Hühner waren bereits tot, die restlichen waren in einem so schlechten Zustand, dass man sie nur noch notschlachten konnte." Bei den etwa 4.000 Hühnern handelte es sich um den gesamten Tierbestand des Hofes. Warum der Besitzer, ein 50 Jahre alter Bauer, seine Tiere derart vernachlässigt hat, steht noch nicht fest. Laut Maierhofer konnte der Mann bis Dienstag noch nicht einvernommen werden.

Hühnerstall "ziemlich neu"

Auffallend sei für ihn gewesen, dass der Hühnerstall "ziemlich neu" gewesen sei. Maierhofer: "Da ist alles auf dem neuesten Stand der Technik." Schuld an der Tiertragödie sei eindeutig menschliches Versagen, meinte der Amtstierarzt. Die Wasserleitung war auf Grund der Kälte eingefroren, die Tiere hatten auch keinerlei Futter mehr im Stall. Nach der anonymen Anzeige hätte er wohl damit gerechnet, dass man "etwas finden" werde, das Ausmaß habe ihn dann aber sehr überrascht. Weder er noch die im Bezirk Wolfsberg tätigen Tierärzte hätten so etwas jemals erlebt, sagte Maierhofer.

Er rechnet damit, dass die Causa nicht nach dem Tierschutzgesetz abgehandelt wird, sondern dass es ein Strafverfahren gegen den Landwirt geben wird, "und zwar nach Paragraf 222, Tierquälerei". Er werde auf jeden Fall beantragen, dass über den Mann ein Tierhalteverbot verhängt werde, sagte der Veterinärmediziner. (APA)

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