Disco-Brand in Buenos Aires: Anklage wegen Totschlags

2. Februar 2005, 08:54
posten

Zahl der Todesopfer des Großbrands stieg auf 192 - Bürgermeister stellt sich Referendum

Einen Monat nach dem verheerenden Großbrand in einem Nachtklub in Buenos Aires ist dessen Besitzer wegen Totschlags angeklagt worden. Wie von Seiten der Justiz am Montag (Ortszeit) mitgeteilt wurde, droht Omar Chabán im Falle seiner Verurteilung eine Haftstrafe zwischen acht und 25 Jahren. Chabáns Eigentum wurde unter Zwangsverwaltung gestellt, um mögliche Schadensansprüche von Angehörigen der Todesopfer begleichen zu können. Deren Zahl erhöhte sich laut jüngsten Angaben der Justiz auf 192. Dem Untersuchungsrichter zufolge starben die Besucher des Musiklokals "República Cromagnon" wegen ungenügender Sicherheitsvorkehrungen.

Der Bürgermeister von Buenos Aires, Aníbal Ibarra, kündigte unterdessen eine Volksabstimmung über seinen Verbleib im Amt an. Die Opposition macht den mit dem Staatspräsidenten Néstor Kirchener verbündeten Mitte-Links-Politiker politisch für die Tragödie vom 30. Dezember verantwortlich. Ibarra, der sich seit Freitag den bohrenden Fragen der Mitglieder des Stadtparlaments zu mangelnden Sicherheitsvorschriften stellen muss, stellte für Dienstag weitere Erklärungen in Aussicht. Das Großfeuer war einer der schlimmsten Brände in der Geschichte Argentiniens. (APA/AFP)

Share if you care.