FPÖ: Lehrer sollen sich in der Schule vorbereiten

22. März 2006, 16:05
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FP-Bildungssprecherin Rossmann: Lehrer könnten die Nachmittagsbetreuung an den Schulen übernehmen - SP-Kuntzl zu Rossmann-Vorschlag: "Schulqualität muss stimmen"

Es wäre doch eigentlich ganz einfach, meinte Mares Rossmann, Bildungssprecherin der FPÖ,im Ö1 Morgenjournal: Die Lehrer könnten doch die Nachmittagsbetreuung an den Schulen übernehmen. Für Pflichtschullehrer gebe es bereits jetzt ein Jahresarbeitszeitmodell, das man neu verhandeln müsste. Die Pflichtschullehrer hätten darin so genannte "Topf-C"-Stunden für Weiterbildung und Konferenzen vorgesehen. "Diese Stunden müsste man einfach neu definieren", so Rossmann.

Vorbereitung in der Schule

Für AHS- und BHS-Lehrer gibt es ein solches Modell noch nicht, meint Rossmann. Das müsste geändert werden, "das wäre nur gerecht gegenüber den Pflichtschullehrern". Jetzt hätten die Lehrer 20 Stunden Lehrverpflichtung am Vormittag und den Nachmittag zur Vorbereitung. Zumindest einen Teil der Nachmittagsstunden sollten die Lehrer nicht zu Hause, sondern in der Schule verbringen und dabei die Kinder beaufsichtigen, verlangt Rossmann.

"Zumutbar"

Befürchtungen, dass dadurch die Vorbereitung und die Weiterbildung der Lehrer zu kurz kommen könnten, wischt Rossmann vom Tisch: Es sei zumutbar, zwei bis drei Stunden an zwei bis drei Tagen in der Woche eine Nachmittagsbetreuung in der Schule abzuhalten, sagt die FPÖ-Bildungssprecherin. Auch in Finnland seien die Lehrer am Nachmittag in der Schule.

Widerstand zu erwarten

Stellt sich die Frage, wie die Volkspartei auf diesen Vorschlag reagiert. Schließlich gelten die Lehrer traditionell als ÖVP-Klientel. Rossmann gibt sich hier vorsichtig: "Wir sind in Gesprächen. Wir wissen auch die Haltung der Lehrergewerkschaft". Aber es sei vorrangig, auf die Kinder zu schauen, sagt Rossmann. Hier gibt es also wohl noch einigen Gesprächsbedarf.

SP fordert einheitliche Linie

"Für die SPÖ müssen bei allen bildungspolitischen Vorschlägen die Interessen der Kinder, der Familien und die Schulqualität im Vordergrund stehen. Schule darf nicht zu einer Aufbewahrungsstätte für Kinder am Nachmittag werden", erklärte SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl zum Vorsschlag Rossmanns.

Die Regierung sei nun aufgerufen, sich auch in dieser Frage zu einer einheitlichen Linie durchzuringen und schon beim Reformdialog für Bildung ein entsprechendes Konzept zu liefern, so Kuntzl Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Konsens mit Lehrkräften

Selbstverständlich müsse man bei einer derartigen Veränderung der Organisation den Konsens mit den Lehrerinnen und Lehrern suchen - "die Betroffenen müssen mit ins Boot genommen werden". Nachdem sich die Koalition also hoffentlich auf einen Vorschlag geeinigt hat, müssten unverzüglich die notwendigen Gespräche mit der Gewerkschaft aufgenommen werden. (red)

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