Bis zu 50 Zentimeter Neuschneezuwachs in Tirol

1. Februar 2005, 10:43
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Erst Donnerstag Beruhigung erwartet - Lawinengefahr sehr hoch

Mit bis zu 50 Zentimetern Neuschnee hat der Winter nach der eisigen Kälte der vergangenen Tage noch einmal zugelegt. Die Meteorologen erwarteten erst für Donnerstag eine Beruhigung der Wetterlage. Die Experten des Lawinenwarndienstes verwiesen am Dienstag auf große Störanfälligkeit der Schneedecke in den neuschneereichen Regionen. Auf der fünfteiligen Gefahrenskala wurde der Wert "3" erreicht.

Auf den Straßen blieb in Tirol ein Verkehrschaos vorerst aus. Inntal- und Brennerautobahn wiesen zum Teil schneebedeckte Fahrbahnen auf. Auf höher gelegenen Straßen wurde Kettenpflicht verhängt. Verursacht wurden die Schneefälle durch feuchtkalte Luft, die von Norden her zu den Alpen vorstieß. Am Mittwoch sollte eine weitere Staffel folgen.

Am meisten schneite es in den Nordalpen, den Kitzbüheler Alpen, den südlichen Ötztaler Alpen, den Stubaier, Tuxer, Zillertaler Alpen sowie den nördlichen Ausläufern der Osttiroler Tauern mit 25 bis 50 Zentimetern. Ganz im Westen und Nordwesten des Landes waren es meist zwischen zehn und 20 Zentimeter, im südlichen Osttirol bis fünf Zentimeter. Die Verbindung von frischen Triebschneeansammlungen mit der bei kalten Temperaturen eingeschneiten Altschneeoberfläche sei "allgemein schlecht", hieß es beim Lawinenwarndienst. Die schlechte Verbindung wurde durch eingelagerten Oberflächenreif vor allem in schattseitigen Hängen bis etwa 2.100 Metern hinauf noch verstärkt. Schattseitig spiele unverändert auch das locker aufgebaute Schneedeckenfundament eine wichtige Rolle.

Lawinengefahr

In den besonders neuschneereichen Regionen, also in den Nordalpen, den Kitzbüheler Alpen, den südlichen Stubaier und Ötztaler Alpen sowie den Tuxer und Zillertaler Alpen müsse die Lawinengefahr meist oberhalb etwa 1.800 Meter als groß, darunter als erheblich beurteilt werden. Die große Gefahr ergebe sich aus der großen Störanfälligkeit frischer Triebschneeansammlungen. Diese hätten sich bei allgemein kräftigem Wind in allen Hangrichtungen, vermehrt jedoch in den Expositionen Nord über Ost bis Südwest gebildet. Zur Zeit sei es wahrscheinlich, dass durch geringe Zusatzbelastung in hochalpinen windbeeinflussten Gebieten Schneebrettlawinen ausgelöst werden könnten. Weiters sei auch mit dem spontanen Abgang meist kleiner bis mittlerer Lawinen aus sehr steilen Einzugsgebieten zu rechnen.

Etwas günstiger sei die Situation ganz im Westen des Bundeslandes sowie im südlichen Osttirol. Allgemein gehe jedoch auch dort die Gefahr von frischen Triebschneeansammlungen aus. Vorsicht sei unverändert in sehr steilen Schattenhängen geboten. Die Lawinengefahr könne durch weiteren Neuschnee in einigen Regionen am Nachmittag auf groß ansteigen. (APA)

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