Tiefer Winter auf Österreichs Straßen

2. Februar 2005, 08:42
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Kettenpflicht auf zahlreichen Routen - Bis zu einem Meter Neuschnee - Teilweise starke Schneeverwehungen

Heftige Schneefälle haben in der Nacht auf Dienstag auf den Bergen Österreichs teils zu tief winterlichen Fahrbedingungen. Betroffen von den Schneefällen war vor allem die Alpennordseite von Vorarlberg bis in die Obersteiermark, teilte der ÖAMTC mit.

Auf den Bergen wurden Dienstag früh Neuschneehöhen von einem halben Meter und mehr gemessen. Zahlreiche Bergstraßen waren nur mit Schneeketten befahrbar. Die Koppenstraße zwischen Bad Aussee und Obertraun war wegen Lawinengefahr gesperrt. In Tirol war die B 176 zwischen Kössen und Schleching in Bayern nach einem Lawinenabgang unpassierbar.

Schneebedeckt waren auch viele Hauptverbindungen, so die Tauern Autobahn (A 10) in Salzburg, die Rheintal Autobahn (A 14) und Arlberg-Schnellstraße (S 16) in Vorarlberg sowie die Pyhrn Autobahn (A 9) und die Semmering Schnellstraße (S 6) in der Obersteiermark. Auf den schneeglatten Fahrbahnen ereigneten sich immer wieder Unfälle. In Niederösterreich kam es durch den starken Wind speziell in den westlichen Landeteilen und im Waldviertel stellenweise zu Verwehungen bis zu eineinhalb Metern Höhe.

Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee in Niederösterreich

Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee sind in der Nacht auf Dienstag in Niederösterreich gefallen. Davon betroffen waren vor allem die Regionen um Lilienfeld, Groß Gerungs und Weitra. Hinzu kamen teilweise starke Schneeverwehungen. Auf drei Bundes- und Landesstraßen herrschte am Dienstag Kettenpflicht für sämtliche Kraftfahrzeuge.

Während die Fahrbahnen der Autobahnen und Schnellstraßen sowie der Bundes- und Landesstraßen größtenteils salznass waren, mussten die Autofahrer bei den Anschlussstellen mit matschigem Untergrund rechnen. Auf höher gelegenen Bundesstraßen im westlichen Voralpengebiet und im Waldviertel gab es hingegen Schneefahrbahnen und Schneeverwehungen.

Kettenpflicht für alle Kraftfahrzeuge bestand auf der B 20 über den Annaberg, der B 71 über den Zellerrain ab Holzhüttenboden sowie auf der L 5217 zwischen Kirchberg und Lilienfeld. Für Lkw ab 3,5 Tonnen zusätzlich auf der B 20 über den Josefsberg, der B 21 über den Ochsattel, das Gscheid und den Rohrerberg, der B 23 über den Lahnsattel, der B 28 St. Anton über Wastl am Wald bis Lassing und der B 39 ab Frankenfels bis Winterbach.

Mehrere Unfälle un Oberösterreich

Heftige Schneefälle nervten die Autofahrer in Oberösterreich in der Nacht auf Dienstag. Es gab mehrere Unfälle, die aber weitgehend glimpflich verliefen. Vom nassen Schnee geknickte Bäume blockierten mehrere Straßen.

Im Bezirk Vöcklabruck mussten in der Nacht mehrere Autos aus Schneewechten ausgegraben werden, in denen sie steckengeblieben waren. In Weyregg im selben Bezirk rutsche ein Kleinbus gegen ein Haus. Die beiden Insassen wurden leicht verletzt.

"Ausrutscher" ereigneten sich auch auf den Autobahnen und im Bezirk Kirchdorf an der Krems. Dabei gab es zum Glück nur Blechschaden. Einige Zeit gesperrt werden musste der Grenzübergang nach Bayern in Suben, nachdem dort Lkw hängen geblieben waren. Auch aus den Bezirken Ried im Innkreis, Eferding und Freistadt wurde gemeldet, dass Fahrzeuge auf den glatten Fahrbahnen nicht mehr weiterfahren konnten. Die Wolfgangsee-Bundesstraße B 158 musste zwischen Bad Ischl und Strobl kurzzeitig gesperrt werden, weil mehrere Bäume unter der Last des nassen Schnees umgestürzt waren und die Fahrbahn blockierten.

Bis zu einem Meter Neuschnee in der Obersteiermark

Mit bis zu einem Meter Neuschnee hatten die Autofahrer am Dienstag in der Obersteiermark zu kämpfen. Von den "äußerst winterlichen" Fahrverhältnissen und den teilweise starke Schneeverwehungen waren hauptsächlich die Regionen von Aussee bis zum Mariazeller Land betroffen. Der ÖAMTC riet allen Pkw-Lenker dazu, Schneeketten zumindest mit zu führen. Für Lkw waren sie auf allen höher gelegenen Bergstraßen Pflicht. Seitens der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik herrschte am Vormittag Lawinenwarnstufe 4: "Erhebliche Gefahr".

Der Koppenpass bei Bad Aussee musste wegen Lawinengefahr ebenso wie die Gemeindestraße bei Rohrmoos gesperrt werden. In den Wildalpen hatte sich in den Vormittagstunden schon einige Schneebretter von selbst gelöst. Die Räumfahrzeuge befanden sich im Dauereinsatz.

Besonders schwierige Fahrverhältnisse herrschten am Vormittag laut Autofahrerclub auf der B 145 über den Pötschenpass, der B320 rund um den Grimming, der B24, der Hochschwab-Bundesstraße, der B115 über das Präbichl, auf der B20 über den Seeberg und der B114 am Triebener Tauern.

Keine Entspannung in der Obersteiermark

Während der Süden von den Neuschneemassen verschont geblieben ist, soll in der Obersteiermark auch am Nachmittag mit keiner Entspannung zu rechen sein. Die Lawinenexperten vermuten, dass auch in den Nordalpen Ost im Laufe des Tagen mit Warbstufe vier zu rechen sein wird. Skitouren sollten wenn nur von äußerst erfahrenen Alpinisten angegangen werden.

Nach wie vor schneefrei blieb die Landeshauptstadt Graz: Bisher den ganzen Winter von Schneewolken im Norden und Süden "umgangen", war es auch am Dienstag sonnig und staubtrocken. (APA)

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